Die Cebit hat sich selbst vom Markt verdrängt! - Oder: Die Revolution frisst ihre Kinder...

Von Tomas Schiffbauer 03. Dezember 2018
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Die Cebit schließt ihre Tore für immer - man kann sagen, sie ist sich selbst zum Opfer gefallen.
 
Auf der weltweit größten Messe für IT wurden über Jahrzehnte Trends für die wirtschaftliche Entwicklung gesetzt.
 
Ich selbst war 2000 auf der Cebit und habe dort einen Entwicklerpreis entgegen nehmen dürfen. Gesponsert von Mannesmann Mobilfunk und Nokia. Beide Unternehmen gibt es heute nicht mehr. Die Lösung, mit der wir damals den 1. Platz belegten, war der Zugriff auf E-Mails in Lotus Notes per Handy über das damals neue WAP-Protokoll (eine Art Schmalspur Internet-Protokoll für Mobiltelefone). Das war kurz nach der Versteigerung der UMTS Lizenzen durch den damaligen Finanzminister Eichel. Die dot.net Blase platzte und außer dem Preisgeld haben wir mit der Lösung keine D-Mark (der Euro wurde erst 2002 eingeführt) Erlös eingefahren, auch weil keiner Geld in IT oder Mobilfunk investierte. Heute hat jeder auf seinem Smartphone Zugriff auf seine E-Mails und nutzt diese technische Innovation von damals selbstverständlich.
 
Das gleiche, was Mannesmann, Nokia und unserer Lösung passiert ist, geschieht nun mit der Messe selbst. Sie hat mit der Vergrößerung der Veränderungslücke (Diskrepanz zwischen Veränderungsgeschwindigkeit eines Unternehmen zur Veränderungsgeschwindigkeit der Umwelt) nicht mehr Schritthalten können. 
 
Die Trends, die auf der Cebit oft Weltpremiere gefeiert haben, sorgen in ihrer Konsequenz dafür, dass die Cebit in ihrer Form nicht mehr stattfinden wird, weil der Bedarf der Besucher sich grundlegend gewandelt hat und die Messe nicht mit der Veränderungsgeschwindigkeit mithalten konnte. Mehr zum Thema Veränderungslücke und wie sie auch Ihr Unternehmen betrifft, finden Sie hier. 
 
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Link zum Artikel im Manager Magazin:

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