#DigitaleVerantwortung - Was bisher geschah

Von Tomas Schiffbauer 15. August 2019

Bei unserer Themenreihe zur digitalen Verantwortung geht es uns darum Bewusstsein für die verschiedenen Dimensionen von Verantwortung im Zusammenhang mit der Digitalisierung zu beleuchten. UND, ganz wichtig: letztlich Lösungsansätze aufzuzeigen, wie digitale Verantwortung etabliert werden kann.

S-Kurven von Malik

Das S-Kurven Modell von Malik beschreibt den Übergang von einem Technologielebenszyklus in den nächsten. Maliks Darstellung basiert auf der Grundidee von Richard N. Foster (Berater bei McKinsey), dessen Aufsatzpunkt der Technologielebenszyklus nach Arthur D. Little ist (vgl. wikipedia). In Maliks Modell wird klar, dass der Übergang kein Punkt sondern ein Raum ist. Diesen Raum des Übergangs gilt es zu gestalten. Ohne gezielte Gestaltung ist ein erfolgreicher Übergang von einem Lebenszyklus in den nächsten ein Lotteriespiel und damit ein wirtschaftlich nicht zu vertretenes Risiko.

Überträgt man die Überlegungen und Modelle der drei o.g. Männer auf Geschäftsmodelle, so darf (wissenschaftlich nicht fundiert) die Aussage getätigt werden, dass Geschäftsmodelle ebenfalls einen Lebenszyklus haben. Wenn wir aktuell einen Boom von Geschäftsmodellen die das Sharing-Prinzip als Grundlage haben, ist es folglich richtig, dass andere Geschäftsmodelle die die gleichen Güter bisher als Verkaufsobjekte deklariert haben, abnehmen werden. Ein weiteres Beispiel sind Geschäftsmodelle, die sich den Bereich des Services widmen oder Pay-Per-Use als Grundidee verfolgen. Oder eben der Ansatz von Crowd-Innovation in dem es darum geht, dass mit den Kunden (B2B) oder sogar den Endkunden (B2C) partnerschaftlich neue Produkte entwickelt werden. (Beispielsweise der Ansatz von McDonalds mit der Kampagne „Mein Burger“). Auf die Spitze getrieben kann dieser Grundgedanke zu vom Endkunden definierten Design und Ausführung und damit der Losgröße 1 in der Produktion werden.

Wenn wir also der Annahme vertrauen, dass Geschäftsmodelle ebenfalls einem Lebenszyklus unterliegen, dann herrscht sicherlich Einigkeit darüber, dass der Raum, um von einem Geschäftsmodell in ein anderes zu gelangen mindestens betrachtet werden muss. Unserer Meinung nach ist dass das Minimum, was ein verantwortungsvolles Management heute tun muss. Besser ist es noch, sich bereits einen Plan B zurecht zu legen, um bei Bedarf oder prophylaktisch die Transformation von Geschäftsmodell A auf Geschäftsmodell B umzustellen. Wird diese Verantwortung abgelehnt könnte es passieren, dass im Zuge der um uns greifenden Digitalisierung in allen Lebensbereichen, das wirtschaftliche Worst-Case-Szenario schneller eintritt, als so manch ein Verantwortlicher glauben mag.

 

Moorsches Gesetz

Gordon Moore, ein Mitbegründer des Halbleiterherstellers Intel, formulierte im Jahr 1965 eine These, die wir heute als Moorsches Gesetz kennen: Er hatte beobachtet, dass die Produktion von Schaltkreisen sich quasi selbst beschleunigt, weil kleinere und schnellere Komponenten zugleich Ergebnis und Motor für eine noch schnellere und preiswertere Entwicklung waren.

Moore prognostizierte daher, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise etwa alle 12 bis 24 Monate verdoppeln werde. Aus dieser These entstand die Verallgemeinerung, dass sich die Leistungsfähigkeit von Computerchips regelmäßig verdoppeln werde. Irgendwann, so Moore, sei eine natürlich Grenze erreicht, wenn Komponenten auf Nano-Größe verbaut würden und keine Verkleinerung mehr möglich sei.

Aus dem Moorschen Gesetz kann man noch allgemeiner für Prozesse in Firmen ableiten, dass es eine doppelte Beschleunigung gibt: Zum Einen entstehen immer mehr Optionen, weil die Technologie sich rasant entwickelt. Zugleich aber werden bisherige Lösungen weniger lang Bestand haben, weil sie schneller durch neue ersetzt werden. Dies bedeutet eine Steigerung der Veränderungsrate insgesamt: Sich beschleunigende Veränderung wird Standard.

 

Veränderungsrate

Aus dem technologischen Sachverhalt des Moorschen Gesetztes ergibt sich der Umstand, dass sich die Veränderung unserer Umwelt nicht nur gefühlt (Die Welt dreht sich immer schneller) sondern rein faktisch immer schneller vollzieht. Diese zunehmenden Veränderungsrate (vgl. Sassenrath) setzt die Unternehmen und Organisationen mehr und mehr unter Zugzwang sich schneller anzupassen. Wobei eine Anpassung fast schon zu wenig ist. Es geht vielmehr darum eine Anpassung hin zu einer sich permanent anpassenden Organisation zu vollziehen.

Unternehmen müssen sich dieser Veränderungsgeschwindigkeit anpassen. Tun sie dies nicht, vergrößert sich die Lücke zwischen der sich schnell und permanent verändernden Umwelt und der sich nur langsam anpassenden Unternehmenswelt. Die Veränderungslücke wird größer.

Diese Lücke wird früher oder später von anderen, heute vielleicht noch nicht sichtbaren oder sogar noch nicht existenten Lösungsanbietern gefüllt werden.

 

Veränderungslücke

Basierend auf dem Moorschen Gesetz, und der Tatsache, das Elektronik in allen Lebensbereichen Einzug gehalten hat, beschleunigt sich die Entwicklung der Veränderungsrate. Unternehmen müssen sich dieser Veränderungsgeschwindigkeit anpassen. Tun sie dies nicht, vergrößert sich die Lücke zwischen der sich schnell und permanent verändernden Umwelt und der sich nur langsam anpassenden Unternehmenswelt. Die Veränderungslücke wird größer. Diese Lücke wird früher oder später von anderen, heute vielleicht noch nicht sichtbaren oder sogar noch nicht existenten Lösungsanbietern gefüllt werden.

Download

 

Vuka

Die beiden vorangegangen Abschnitte haben schon verdeutlicht, dass Veränderungen zum Alltag werden. Neben den bisher genannten Beispielen und Modellen gibt es noch einen weiteren Aspekt, der uns darin bestärkt, das vieles kurzlebiger, unbeständiger, komplizierter und unvorhersehbarer wird. Mit anderen Worten ist damit die VUKA-Welt beschrieben. Die sich aus den beschriebenen Rahmenbedingungen ergebenden Veränderungen bedürfen Entscheidungen und Übernahme von Verantwortung. Doch wer soll die Verantwortung übernehmen? Einige wenige oder alle?

Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte. Einige wenige werden sicherlich nicht mehr in der Lage sein sich in der VUKA-Welt ausreichend zurecht zu finden. Alle werden vermutlich aber auch nicht die Verantwortung übernehmen wollen. Also geht es darum ein Herr von Frei-Willigen (vgl. Kotter Accelorate) zu finden, die bereit sind sich mit in die unbekannten Welten vor zu wagen.

Download

 

Die Verantwortung des Managements als Vorbild

Unabhängig wie viele Menschen in einem Unternehmen, in einer Organisation Verantwortung für den Digitalen Wandel und die Digitalstrategie übernehmen, eins steht fest: Es braucht echte Vorbilder.

Es hilft nicht, ein paar Berater ins Haus zu holen, die den Wandel in die Organisation tragen sollen. Der Wandel muss echt – mit Kopf, Herz und Hand – gewollt sein. Nur dann wird er authentisch vom Top-Management vorgelebt. Ist der Wille zu und das Interesse am Wandel nur vorgetäuscht, weil es aktuell zum guten Ton gehört, spüren das die Menschen auf allen Ebenen und Bereichen der Organisation. Und dann wird es nichts mit Verantwortung übernehmen.

Ist der echte Wille vorhanden, ist die Begleitung durch Berater durchaus ein probates Mittel, um schneller zum Erfolg zu kommen. Zeitweise Begleitung ist hier die Maxime und nicht, sich unentbehrlich zu machen. Hilfe zur Selbsthilfe geben führt alle gemeinsam zum Ziel. Gemeinsam wachsen für eine sinnvolle und erfolgreiche Zukunft.

Die Einrichtung von Innovation Labs oder die Schaffung von Stellen, wie CIO (Chief Information Officer) oder CDO (Chief Digital Officer), also Positionen auf oberster Ebene (C-Level) im Unternehmen, die sich mit dem Thema IT und Digitalisierung befassen, können funktionieren und hilfreich sein. Aber auch nur, wenn der Wandel wirklich gewollt ist. Sonst wird aus dem Innovation Lab eine Parallelwelt mit den verrückten jungen Wilden, die keiner gebändigt bekommt und die nichts Vermarktbares auf die Beine stellen. Oder der Erfolg und die außerbetriebliche Aufmerksamkeit von wirklich guten CIOs und CDOs führt dazu, dass diese entmachtet oder sogar ruhig gestellt werden.

Wie Sie es schaffen nachhaltig aus Betroffenen Beteiligte und Mitwirkende zu machen, die gemeinsam mit Ihnen die digitale Verantwortung übernehmen und die Zukunft gestalten erleben Sie auf unserem InnoCube #DigitaleVerantwortung. Schauen Sie rein:

Infos & Anmeldung

 

#Innovation & Engineering #Organisationsentwicklung

Jetzt anmelden

Beliebte Beiträge