Ein Plan, ein guter Plan… Grenzen des Perfektionismus!

Von Tomas Schiffbauer 09. Juli 2019
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Jemand oder eine Grup­pe von Men­schen hat eine Idee. Erst fin­det man, die Idee hat was. Dann geht sie einem nicht mehr aus dem Kopf. Schlie­ß­lich kommt die ent­schei­den­de Frage: „Und wie soll das funk­tio­nie­ren?“ Das Be­ein­dru­cken­de an man­chen Start-ups ist, dass sie sich nicht von die­ser Kil­ler­phra­se aus dem Kon­zept brin­gen las­sen. Ihre Ant­wort: „Keine Ah­nung, müss­ten wir aus­pro­bie­ren.“ Ist das nun Un­über­legt­heit, Blau­äu­gig­keit oder viel­mehr ein ge­sun­der Sinn für die Rea­li­tät?

Fakt ist, dass wir es ge­wohnt sind, Ideen von vorne bis hin­ten zu durch­den­ken und ihre Um­set­zung unter Be­rück­sich­ti­gung aller denkbaren Wenns und Abers durch­zu­pla­nen. Wir wol­len Un­si­cher­hei­ten ver­mei­den und stre­ben nach der per­fek­ten Lö­sung. Das klappt nicht immer und bei in­no­va­ti­ven oder grö­ße­ren Pro­jek­ten immer sel­te­ner. Meist jedoch nicht aus man­geln­der Kom­pe­tenz, son­dern auf­grund der zu­neh­mend kom­ple­xen, sich schnell ver­än­dern­den Um­stän­de.

Kann man also von Start-ups und ge­sell­schaft­li­chen In­itia­ti­ven ler­nen? Viel­leicht, dass es kein Feh­ler ist, sich ein­zu­ge­ste­hen, manch­mal weder die per­fek­te Lö­sung noch den per­fek­ten Weg zu kennen. Und dass dies noch lange kein Grund ist, eine gute Idee zu ver­wer­fen.

Wenn sie das Große und Ganze nicht über­se­hen, ma­chen die mo­der­nen Grün­der eben im Klei­nen los. Sie sam­meln Er­fah­run­gen, schau­en Schritt für Schritt, was funk­tio­niert und was nicht. Dabei halten sie sich die Option offen, jederzeit umzukehren und einen anderen Weg einzuschlagen. Das ver­spricht zwar nicht auf einen Schlag um­wer­fen­den Er­folg, ver­hin­dert aber auch gra­vie­ren­de Miss­er­fol­ge. Zudem wird dieses Vorgehen der Dy­na­mik der Rah­men­be­din­gun­gen ge­recht. Was heute rich­tig ist, kann in einer Woche schon falsch sein. Bes­ser man wägt immer erst in der ent­ste­hen­den Si­tua­ti­on ab, was als Nächs­tes zu ma­chen ist. Der per­fek­te Weg er­gibt sich un­ter­wegs.

Ob über­haupt und in wel­cher Form ihre Ideen tau­gen, stel­len Grün­der in Com­mu­ni­ties früh zur De­bat­te. Da­hin­ter steht die Über­zeu­gung, dass die per­fek­te Lö­sung nicht vom Un­ter­neh­men vor­ge­ge­ben, son­dern nur im Mit­ein­an­der mit An­wen­dern ge­fun­den wer­den kann. Das Schlag­wort dazu: De­mo­kra­ti­sie­rung der Pro­dukt­ent­wick­lung. Das kann kom­pli­ziert und ner­vig sein. Dennoch ist es bes­ser, wenn An­wen­der vorab kri­ti­sie­ren als im Nach­hin­ein, wenn sich zu Las­ten des Markt­er­fol­ges nichts mehr än­dern lässt.

Sind diese neuen Denk- und Hand­lungs­mus­ter auf eta­blier­te Un­ter­neh­men über­trag­bar? Wie soll das funk­tio­nie­ren? Man müss­te es im Klei­nen aus­pro­bie­ren, zum Bei­spiel im Rah­men in­no­va­ti­ver oder krea­ti­ver Pro­jek­te. Dass es gehen kann, hat der Fi­at-Kon­zern be­reits 2006 vor­ge­macht, mit dem Crowd­sour­cing zu Aus­stat­tung und De­sign des neuen Fiat 500.

Lesen Sie mehr über die Methode Design Thinking und wie auch Sie über eine stufenweise Entscheidungsfindung zu besseren Lösungen kommen können.

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