LuPe 30: Change! Time for Savings

Von Steffen Hilser 25. Februar 2020
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Die Konjunktur in Deutschland kühlt ab. Eine gute Gelegenheit für Unternehmen, sich neu zu orientieren. Voraussetzungen dafür sind genügend Zeit und Geld.

Der Handelsstreit zwischen China und den USA, der Brexit, Auftrags- und Margenrückgänge, fehlende Kompetenzen und Fachkräftemangel, die Klimadebatte, das richtige Maß der Digitalisierung: Unternehmen sind aktuell mit vielen Themen konfrontiert. Und vor allem mit der Frage: Wie kann es für uns erfolgreich weitergehen? Mit bloßem Bewahren ist in einer sich ändernden Welt wenig gewonnen. Das gilt für hektische „Jetzt müssen wir aber schnell was ändern“-Aktionen allerdings ebenso.

Was Unternehmen in dieser Situation benötigen, sind Orientierung, Mut zu wegweisenden Entscheidungen und die notwendigen Ressourcen für den sich daraus ergebenden Change. Das lässt sich erreichen, wenn Alt und Neu sinnvoll ineinandergreifen, wenn Unternehmen zweigleisig fahren.

Auf der einen Seite geht es darum, mit einem Teil der Mannschaft den Bestand zu sichern und die aktuell schwächelnde Konjunktur als Time for Savings zu nutzen. Die Mitarbeiter räumen in den bestehenden Prozessen mit den Ineffizienzen auf, die sich während der vergangenen hochkonjunkturellen Jahre angesammelt haben. So gewinnen sie Zeit und Geld, die auf der anderen Seite in den Wandel investiert werden.

Das ermöglicht dem Rest der Mannschaft, mit Muße an die Gestaltung der Zukunft zu gehen. Die Betroffenen haben den Rücken frei, um sich voll und ganz neuen Geschäfts- und Produktideen, deren sinnvollen Weiterentwicklung sowie dem möglichen Unternehmensumbau zu widmen. Neue Perspektiven und Kompetenzen erlangen sie dabei durch Networking über die Unternehmensgrenzen hinaus. Ebenso wichtig ist ein gesundes Selbstbewusstsein. Nur Unternehmen, die sich ihrer eigenen technologischen bzw. organisationalen Schwächen und Stärken bewusst sind, können einschätzen, wo sie in welcher Geschwindigkeit hinkommen. Denn weder die äußeren Umstände noch die Art und Weise, wie es andere machen, bestimmen den Weg. Sich umschauen und gut hinschauen lohnt sich aber dennoch: Nicht um zu kopieren, sondern um zu lernen. Und um sich darüber klar zu werden, was fern aller Panikmache wirklich in Markt und Technologie passiert.

Die einen optimieren das Alte, die anderen streben nach dem Neuen. Was hält Unternehmen und Belegschaft da zusammen? Leadership! Die Führungsqualitäten sind entscheidend, damit die Gesamtorganisation gestärkt aus dem Change hervorgeht. Erforderlich sind Führungskräfte, die Probleme nicht glattbügeln oder schönreden, die Risiken und Chancen transparent kommunizieren, die mit Charisma Vertrauen schaffen und so die Ruhe ins Unternehmen bringen, die für tatkräftiges Handeln erforderlich ist.

Autorenstatement Steffen Hilser

Dipl.-Oec. Steffen Hilser weiß aus Erfahrung, dass Unternehmen meist erst dann zur Veränderung bereit sind, wenn der Schmerz zu groß wird. Er plädiert dafür, Strategien, statt alle fünf oder zehn Jahre in deutlich kürzeren Zyklen zu überdenken.

Autorenstatement Norbert Wölbl

Unternehmen, die jetzt aus Sorge vor der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung eine Vollbremsung hinlegen, verlieren nach Meinung von Norbert Wölbl, Dipl.-Sport-Oec., ihre Handlungsfähigkeit. Besser ist, das Bestehende zu optimieren und für den Aufbruch in die Zukunft zu nutzen.

 

#Organisationsentwicklung #LuPe

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