LuPe 30: Megatrend Neo-Ökologie

Von Andreas Schrenk 09. März 2020
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Wer sagt eigentlich, dass Ökonomie und Ökologie nicht zusammenpassen? Die Welt verändert sich gerade – und mit ihr die Art des unternehmerischen Handelns.

Unternehmenszukunft gestalten erfordert, sich Gedanken über die Welt von morgen zu machen. Orientierung geben dabei unter anderem Megatrends, die auch als Tiefenströmungen des globalen gesellschaftlichen Wandels bezeichnet werden. Sie spiegeln sich sowohl in Wirtschaft und Politik als auch in Wissenschaft, Technik und Kultur wider. Unter anderem zählen Individualisierung, Globalisierung, Urbanisierung, Konnektivität, New Work, Mobilität und Neoökologie dazu. Manche Trends ergänzen sich, andere sind gegenläufig, teils führen sie zu widersprüchlichen Subtrends. Zu Letzteren zählen bei der Globalisierung die aktuelle Handelspolitik der USA sowie der Brexit.

Der Weltklimagipfel, Fridays for Future, die Mikroplastik-Vermüllung der Meere, der Megatrend Neoökologie ist mittlerweile unübersehbar. Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind auf individueller, gesellschaftlicher oder organisationaler Ebene im Alltag angekommen. Und obwohl die Ökologie über Bestrafungspolitik jahrelang zum Gegenpol der Ökonomie stilisiert wurde, setzt sich in den Führungsetagen der Unternehmen, darunter bodenständige Mittelständler, zunehmend neo-ökologisches Denken und Handeln durch – fern aller Ideologie, ganz pragmatisch und ohne viel Tamtam. Einfach, weil es notwendig ist, dem eigenen Selbstverständnis entspricht und ökonomisch Sinn ergibt. Wöchentliche Veggie-Days in der Kantine, Geschäftsreisen ausschließlich per Bahn oder intelligentes, ressourceneffizientes Energiemanagement sind längst gang und gäbe.

Die Bereitschaft, Ökonomie und Ökologie noch stärker zu verzahnen, steigt. Es geht dabei unternehmerisch um weit mehr als bloße Gewissensberuhigung. Neoökologische Subtrends wie Green Tech, E-Mobilität, Circular Economy oder Share Economy eröffnen ein gewaltiges Potential für innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Die Absatzmärkte, man denke nur an Bio-Lebensmittel und fair gefertigte Bekleidung, weisen enorme Wachstumsquoten auf. Und, nicht zuletzt, die Arbeitgeberattraktivität neo-ökologisch agierender Unternehmen steigt. Denn Neoökologie geht über klassische Ökothemen hinaus und bezieht Social Business bzw. Sinn-Ökonomie, also die sinn- und werteorientierte Zusammenarbeit in Unternehmen, mit ein.

Ja, es wird Zeit, die ökologischen und sozialen Auswirkungen unternehmerischen Schaffens mit zu bedenken. Und nein, es ist nicht ausgemacht, dass das zu Lasten von Arbeitsplätzen und Wohlstand geht. Das hängt ganz davon ab, wie sich die Unternehmen unter den sich verändernden Vorzeichen positionieren. Hektik ist dabei ein schlechter Ratgeber. Wer wenig Zeit hat, sollte langsam gehen – wohlüberlegt und bei jedem Schritt mit Blick auf die Konsequenzen.

Autorenstatement Christoph Dill

Felder, in denen Unternehmen nachhaltiger werden können, sollten sie aus reinem Überlebenswillen angehen. Und zwar ohne unnötiges Hinauszögern. Dr.-Ing. Christoph Dill ist überzeugt, dass Nachhaltigkeit zum Erfolgsfaktor der nächsten zehn Jahre wird.

Autorenstatement Andreas Schrenk

Dass einige Unternehmen Ökonomie und Ökologie bereits selbstverständlich zusammendenken, war für Dr. phil. und Dipl.-Päd. Andreas Schrenk ein Schlüsselerlebnis. Und die Zahl der Unternehmen wächst, die nicht so weitermachen wollen wie bisher. Ihnen Perspektiven aufzuzeigen, empfindet er als spannende Aufgabe.

#LuPe

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