LuPe 30: Projektmanagement - Rasen bringt nichts.

Von Hendrik Saur 20. Februar 2020
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Ist man mit überzogener Geschwindigkeit unterwegs, gefährdet man sich, andere und kommt, wenn es dumm läuft, erst gar nicht ans gewünschte Ziel. Das gilt beim Autofahren genauso wie im Projektmanagement.

Bei all der wirtschaftlichen Dynamik haben Unternehmen keine Zeit zu verlieren. Gerade im Projektgeschäft heißt die Devise: Tempo, Tempo, Tempo. Kein Wunder also, wenn die Führungsebene bei Projekten ambitionierte Zeitlimits setzt. Das Problem dabei: Schneller als schnellstmöglich geht halt nicht. Gerne vergessen Unternehmen, dass die ausgewählten Projektmitarbeiter sich nicht ausschließlich dem Projekt zuwenden können, sondern „nebenher“ noch ihr normales Pensum Tagesgeschäft bewältigen müssen. Fragt man die Mitarbeiter nach ihrer zeitlichen Einschätzung, geht es in die umgekehrte Richtung. Sie geben sich in der Regel zu viel Zeit, überschätzen den Aufwand, rechnen großzügig Risiken und Sicherheitspuffer ein.

Die Lösung: Bei Projekten ehrgeizig, aber realistisch bleiben. Das erfordert Erfahrung und Muße für saubere Planung, aus der sich dann wiederum beschleunigende Effekte ergeben können. Entscheidend für die erreichbare Geschwindigkeit ist beispielsweise der Teamgeist der Projektgruppe, sprich die richtige Besetzung. Ebenso wichtig ist eine ausreichende Zahl an Zwischenschritten sowie die genaue Definition dessen, was an jedem dieser Meilensteine erreicht sein muss, damit die nächste Projektphase eingeleitet werden kann. Nur so lassen sich Fehler frühestmöglich erkennen und ggf. schon mit einem kleinen Schritt zurück beheben. Wegen fehlender Meilensteine zu lange zu schnell in die falsche Richtung zu laufen, kostet dagegen unaufholbare Zeit. Weitere positive Effekte der Meilensteine: Sie erlauben die regelmäßige Prüfung und Anpassung der Zeitplanung. Und man kann gemeinsam Zwischenerfolge feiern – als Anerkennung für die Mehrbelastung und als motivierender Dank an die Mitarbeiter.

Sind Unternehmen im Projektmanagement dennoch mit möglichst wenigen Zwischenstopps und über die gesamte Strecke mit Vollgas unterwegs, bewegen sich die Mitarbeiter permanent im roten Bereich. Frust und Demotivation sind vorprogrammiert. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass unter dem ewigen Schnell-Schnell das Tagesgeschäft ebenso wie die Qualität der Projektarbeit leidet. Die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig. Im schlimmsten Fall scheitern Projekte komplett.

Im Projektmanagement geht es nicht darum, der Schnellste zu sein, sondern darum, schnellstmöglich da anzukommen, wo man tatsächlich hinwill. Die zur Erfüllung der Aufgaben erforderliche Zeit bestimmt dabei die Geschwindigkeit. Nicht umgekehrt.

Autorenstatement Hendrik Saur

Es muss ja nicht gleich das „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch sein. Dipl.-Kfm. Hendrik Saur hat aber die Erfahrung gemacht, dass Teams, deren Projekte mit ruhiger Hand geplant werden, in der Regel schneller sind.

#LuPe

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