Schlankes Projektmanagement in der Praxis #LeanFasten Teil 2

Von Christoph Dill 12. März 2019
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Stimmen das Team und die Analyse (vgl. LeanFasten in der Praxis Teil 1), müssen wir die richtigen Lösungen finden. Dieser Schritt ist meist kleiner als Sie vielleicht denken. Warum? Weil wir uns in der ersten Phase bereits ausführlich mit dem Problem und den möglichen Lösungen auseinandergesetzt haben. Die Saat ist bereits ausgebracht. Jetzt geht es darum, das richtige Destillat herzustellen. Das geht also um Konzentration und Fokussierung. 

Klare und abgegrenzte Aufgabenstellung definieren, statt unfokussiertes Lösungsbastlen

Wir sollten uns an die Aufgabenstellung wagen und uns fragen, was wir konkret verbessern wollen, denn jetzt haben wir wirklich einen ganzheitlichen Blick. Vielleicht ist unser „Anfangsverdacht“ bestätigt, meist jedoch haben sich durch unsere intensive Auseinandersetzung und Beobachtung wichtige Facetten verschoben. Ein aus meiner Sicht wichtiger Gedanke an dieser Stelle: Es gibt keine verschwendungsfreie Organisation mit optimalen Prozessen. Was gut ist, liegt immer im Auge des Betrachters und in dessen Fokus.

Darum ist es auch vorteilhaft, zum Einstieg in diese Phase, nochmals zu priorisieren und zu fokussieren. Wir werden nicht alle Probleme lösen können und wollen. Dabei sollte auch das Kosten-/Nutzenverhältnis nicht aus dem Auge verloren werden.

Im Kern geht es um die Frage: Was genau wollen wir optimieren? (Vielleicht hilft an dieser Stelle auch die Frage „Was genau wollen wir als erstes optimieren?“).

Ideen, Prototypen und schnelle Lernloops sind die Basis

Wenn wir jetzt in die Lösungsentwicklung gehen, ist es für eine „leane Lösung“ immer entscheidend, dass wir uns nicht in Perfektion und „Overengineering“ verwickeln. Diese einfachen Ansätze helfen dabei:

  1. Unsere Lösung muss zuerst mit „Papier und Bleistift“ realisierbar sein. Das ist natürlich nicht wörtlich gemeint. Eine Lösung, die wir nicht prinzipiell auch von Hand machen können, wird auch automatisiert nicht zum gewünschten Erfolg führen. Daher muss ein gebastelter Prototyp durchaus das Prinzip deutlich machen und von den künftigen Usern/ Kunden als „von der Idee her gut“ bewertet werden.
  2. Schnelles Feedback vom Markt/ Kunden einholen. Es geht nicht darum, eine perfekte Lösung mit dem ersten Wurf zu erreichen. Es geht darum, die Ziele, die wir haben, zu erreichen. Mit Prototypen können wir einfach und mit wenig Aufwand die besten Feedbackerfolge erzielen. 
  3. Denke mit den Händen, schaffe Lösungen. Wir Menschen sind Haptiker. Wir wollen die Dinge nicht nur sprichwörtlich begreifen, wir wollen etwas zum Anfassen haben. Sobald wir einen noch so einfachen Prototypen auf den Tisch legen, setzt unser Spieltrieb ein und liefert uns wichtige Ideen und Impulse, wie wir die Lösung (noch) besser machen oder welche Anforderungen bereits gut gelöst sind.
  4. Scheitere schnell. Lösungen in Modellen oder Prototypen darzustellen, gibt es uns die Chance, auf einen Blick zu erkennen, was nicht funktioniert oder sich in der Praxis nicht bewähren wird. Darum: Feiere den Misserfolg statt deine Idee „auf Teufel komm raus“ zu verteidigen.

 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – Lösungen müssen immer step-by-step entwickelt und optimiert werden

Ab jetzt kommt die Iteration: Mit dem was wir im Test des Prototypen gelernt haben, gehen wir wieder zurück zur Aufgaben- und Zielstellung und reflektieren Erfolg und Misserfolg:

  • Was passt?
  • Wo müssen wir die Lösung weiter in der gedachten Weise optimieren?
  • Wo müssen wir neue Wege gehen, weil der Prototyp uns gezeigt hat, dass es so nicht funktioniert?

Aus diesen einfachen Fragen ergibt sich eine korrigierte oder erweiterte Aufgabenstellung, mit der wir wieder in den Lösungszyklus einsteigen. Die Iterationen werden uns solange begleiten, bis wir mit dem Ergebnis im Sinne von „so ist es gut (genug)“ zufrieden sind. Womit wir beim Thema Erfolgsmessung sind.

 

Auch wenn gilt „Wer viel misst, misst Mist.“ Ohne Messung fehlt uns ein Maßstab und die Erfolgskontrolle.

Ein wichtiger Punkt beim #LeanFasten kommt dem Thema Ziele und Erfolgsmessung zu. Das beginnt bei der richtigen Formulierung der Ziele (dazu mehr im nächsten Beitrag im Rahmen unserer #LeanFasten Aktion) und endet bei der Erfolgsmessung und dem Feiern der Erfolge.

Wie das in der Praxis aussieht, können Sie in unserer Case Study, die wir mit Video und ausführlicher Beschreibung für Sie aufbereitet haben, nachvollziehen.

#LeanFasten

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