LuPe 29: Man lebt nur einmal

Von Günter Walter 10. Juli 2019

Zeitumstellung in den Führungsetagen. Bislang unterschieden Führungskräfte in der Regel zwischen viel Arbeitszeit und wenig Zeit fürs Leben. Mit den nun aufsteigenden Mitt- und Enddreißigern entfällt die Trennung. Arbeitszeit ist für sie Lebenszeit.

Ja, sie ticken anders. Die angehenden Führungskräfte, die nun in ihren Dreißigern nach und nach in den Unternehmen aufrücken. Ihr Mindset, ihre Denk- und Handlungsmuster, ihre Wertvorstellungen unterscheiden sich von denen der Generation „Babyboomer“.

Das ist nichts Besonderes, sondern gehört bei Generationswechseln zum normalen Lauf der Dinge. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen, die weiterhin an qualifizierten Nachwuchskräften interessiert sind, sich darauf einstellen. Bei der neuen Führungsgeneration gibt es die strikte Trennung zwischen Arbeitszeit und Lebenszeit nicht mehr. Ein Fakt, der die Unternehmenskultur verändern wird.

Flexibles Arbeiten, unabhängig von Raum und Zeit.

Selbstverständlicher Bestandteil der Lebenswelt junger Führungskräfte sind digitale Medien. Und mit denen gehen sie in der Arbeitswelt genauso selbstverständlich um. Die Digitalisierung, auf Tastendruck verfügbare weltweite Information, hat ihr Informations- und Kommunikationsverhalten geprägt. Das fängt bei der Bewerbung an: Sie bewerben sich ausschließlich online, erwarten schnelle Reaktionen und zeitnahe Entscheidungen. Unternehmen, die wochenlang zwischen Kandidaten abwägen, gehen mittlerweile leer aus. Das geht im Arbeitsalltag weiter: Knappe Mailstatements finden Nachwuchskräfte effizienter als Gespräche im Büro nebenan. Zudem erlaubt die Digitalisierung flexibles Arbeiten, unabhängig von Raum und Zeit. Junge Führungskräfte können und wollen arbeiten, wann und wo sich ihnen die Möglichkeit bietet. Auf Reisen, im Zug, im Taxi.

Man lebt nur einmal und will seine Zeit sinnvoll verbringen. Den Nachwuchskräften geht es nicht mehr nur ums Geldverdienen und schon gar nicht um klassischen Status. Geschäftswagen? Muss nicht sein! Die Zahl der Menschen, die man führt? Ist egal! Die kann je nach Projekt auch wechseln. Viel wichtiger ist zu wissen, warum und wofür man etwas macht, dass die eigene Arbeit einem selbst und dem Unternehmen etwas bringt.

Eine Herausforderung für die innerbetriebliche Informationspolitik. Junge Führungskräfte wollen laufend von der Geschäftsführung informiert und auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Information wird zum entscheidenden Führungsinstrument. Das kann schnell „heikel“ werden: Stimmt das, was Unternehmen sagen oder versprechen, nicht mit der Realität überein, reagieren die Nachwuchskräfte empfindlich.

Die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit fließen. 

Für die künftigen Führungskräfte ist Arbeit ein Teil des Lebens und umgekehrt das private Leben ein Teil der Arbeit. Manchmal bleibt man wegen der Arbeit länger. Manchmal braucht es mehr Flexibilität für das Leben und man kommt später oder geht früher. Weil der/die Ehepartner/in jeden Dienstagmorgen eine wichtige Sitzung hat, weil eines der Kinder eingeschult wird oder einfach nur weil es keinen Sinn macht, die Zeit abzusitzen, wenn das Tagesziel bereits erreicht wurde. Die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit fließen. Nicht nur zugunsten der Unternehmen, auch zugunsten der Mitarbeiter. Das ist neu!

Günther Walter & Dr. Matthias Rode

#Personalentwicklung #LuPe #Menschen machen Zukunft

Jetzt anmelden

Beliebte Beiträge