Smart Service und Industrie 4.0 – Der Versuch einer Abgrenzung

Von Tomas Schiffbauer 02. November 2018

Wo endet Smart Services und wo beginnt Industrie 4.0? Die Frage, die sich mir dabei mehrfach gestellt hat, ist: Was gehört denn jetzt wozu?

Oft werden, wie ich finde, verschiedene Themen in den selben Topf geworfen. Einige Lösungen werden als Smart Services dargestellt, die für mich das zusammenführen von unterschiedlichen IT-Systemen oder Datenquellen sind. Darin sehe ich, als ITler, die konsequente Nutzung von IT. Diese IT-Komponenten sind schon Jahre in dieser Form vorhanden und werden jetzt integriert genutzt. Ist das schon Smart Service?

Der Schichtplan, der von den Kollegen eigenverantwortlich im Kollektiv per Doodle erstellt wird, ist dafür ein Beispiel. Hier kann ich sagen, ja, das ist so gerade Smart Service.

Da gehen die Ideen in der Hotellerie, die es ihren Kunden ermöglichen mit dem Handy einzuchecken, mit dem Handy das Zimmer zu öffnen und per Near Field Communication (NFC) zu bezahlen, schon weiter. Wenn das Zimmer noch in der von mir präferierten Temperatur vorgeheizt oder gekühlt ist, dann ist das sicherlich auch ein Smart Service.

Industrie 4.0 beginnt für mich jedoch deutlich „später“!

Die vorweg beschriebenen Lösungen sind die Verkettung von verfügbaren Technologien und modernen Arbeitskonzepten. Disruptiv, wie es immer so schön  heißt, also bahnbrechend neu, ist daran nicht wirklich etwas. Doch genau das ist für mich der Unterschied, der Smart Services von Industrie 4.0 unterscheidet.

Industrie 4.0 ist für mich, wenn Grundlegend neue Prozesse und Geschäftsmodelle mit neuer Wertschöpfung entstehen. Dies ist der Fall, wenn Services angeboten werden, durch Datenanalysen von teilweise riesigen Datenmengen z.B. von Sensordaten, die es ermöglichen, vorherzusagen, wann ein bestimmter Defekt auftreten wird. Damit vor Ereigniseintritt eine entsprechende Reparatur durchgeführt wird, um Stillstandszeiten zu geplante oder sogar keine zu haben. Dann ist das für mich der Beginn von Industrie 4.0. Werden Prozess so radikal neu, dass letztlich nur noch Maschinen im Internet der Dinge (IoT) daran beteiligt sind, der Mensch nur noch kontrollierend und in Ausnahmen eingreift, dann sind wir mitten in Industrie 4.0 angekommen – so ist jedenfalls mein Verständnis.

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