Unternehmerisch Führen bedeutet innovativ Führen

Von Bettina Redl 29. Juli 2020
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Wie Innovation dazu dient unternehmerisch zu führen, kollaborativ zu arbeiten und gute Ergebnisse zu erzielen.
Viele Unternehmen sind in den vergangenen Jahren erfolgreich geworden, da sie eine klare Strategie hatten. Eine Strategie, die auf Prognosen, Planung und darauf aufbauenden Entscheidungen basierte, war der maßgebliche Erfolgspfeiler erfolgreicher Unternehmen. Die Zukunft eines Unternehmens (oder auch die persönliche Karrierelaufbahn) welche stringent auf den Gesetzen dieser Systematik aufsetzte, führte zum Erfolg.

Besonders deutlich ist in den letzten Wochen zu spüren wie Unplanbarkeit und Unsicherheit über die Zukunft die tägliche Grundlage geworden ist, auf der wir alle handeln und entscheiden. Planungen für das nächste Quartal werden auf einmal zu Wahrsagerei, ganz zu Schweigen von einem strategischen 5-Jahres Plan. Was ist das innovative Produkt, der effizientere Prozess, das Gewisse etwas, das mich von der Konkurrenz absetzt und zukunftsfähig macht? Mit den Worten eines Geschäftsführers: „Wir haben unsere Kristallkugel verloren“.

Was Führungskräfte jetzt brauchen sind innovative Ansätze in der Art und Weise zu führen

In dieser Umgebung geprägt von Unsicherheit, schneller Veränderung und steigender Komplexität ist es unerlässlich für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, innovative Systeme, Methoden und das entsprechende Mindset alltäglich zu leben. Die Führungsebene ist dabei der Wegbereiter und Treiber zugleich.

Unternehmerische Führung besteht aus zwei Bausteinen: zum einen dem innovativen Ansatz auf Führungsebene und zum anderen aus Führung, die Innovation ermöglicht. Unternehmerische Führung bedeutet neue Wege der Entscheidungsfindung, der eigenen Rolle und der Art zu Führen. Innovationsfördernde Führung heißt in der Praxis eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die innovatives Denken zur Problemlösung, zur Kreation neuer Produkte und Dienstleistungen und lösungsorientierten Prozessen fördert. Wie können Sie Mitarbeitern helfen die Perspektive des Kunden anzunehmen? Wie können Sie mit begrenzten und reduzierten Budgets innovativ bleiben? Was können Sie tun, um das Unternehmen am Leben zu erhalten und der Konkurrenz voraus zu sein?

Betriebswirtschaftliches versus innovatives Denken

Führungskräfte von heute besitzen mehr Wissen und Ausbildung, als jemals zuvor. Traditionelle Ausbildung in betriebswirtschaftlichem Denken, basierend auf gründlicher Forschung, Formeln und logischen Fakten, die nach Präzedenzfällen sucht, um Entscheidungen zu treffen. Ziel betriebswirtschaftlicher Herangehensweise ist es Unklarheiten zu beseitigen und Ergebnisse zu erzielen. Unsicherheit lässt sich jedoch nicht wegdelegieren. Es ist unmöglich, Ergebnisse zu erzielen, wenn die Situation instabil oder die Herausforderung komplex oder die Richtung unklar ist. Viele der heutigen Führungsprobleme haben große Tragweite und besitzen zeitliche Dringlichkeit; sie erfordern schnelles und entschlossenes Handeln. Gleichzeitig sind sie aber auch so komplex, dass wir nicht einfach loslegen können. Weil die Organisation, das Team oder der Einzelne nicht weiß, wie er handeln soll, ist es notwendig, die Situation zu entschleunigen, zu reflektieren und auf unkonventionelle Weise anzugehen - durch innovatives Denken. Innovatives Denken hängt nicht von Erfahrungen aus der Vergangenheit oder bekannte Fakten ab. Dieses Denken ermöglicht sich einen gewünschten zukünftigen Zustand vorzustellen und herauszufinden, wie man dorthin gelangt. Es ist intuitiv und ergebnisoffen. Anstelle von vorgefertigten Antworten nach „Schema F“ ist das Ziel eine bessere Lösung und vielfältige Möglichkeiten zu erkunden. Ambiguität wird so zum Vorteil, nicht zum Problem. Sie erlaubt es Ihnen, zu fragen: "Was wäre, wenn?

Innovatives unternehmerisches Denken ist eine entscheidende Ergänzung zum traditionellen betriebswirtschaftlichen Denken. Es ermöglicht Ihnen Ihre Rolle als Führungskraft mit neuen Ideen und Energie für die Lösung Ihrer Herausforderungen anzugehen. Es ebnet auch den Weg, um mehr Innovation in Ihre Organisation zu bringen.

Die Anwendung innovativen unternehmerischen Denkens auf Ihre Herausforderungen als Führungskraft ist ein Schritt zur Schaffung einer innovativen, organisatorischen Antwort auf Veränderungen und Herausforderungen. Aber die Entwicklung einer Innovationskultur, in der andere in der gesamten Organisation unternehmerisches Denken anwenden, um Probleme zu lösen und neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, erfordert zusätzliche Arbeit.

Studien haben gezeigt, dass 20 bis 67 Prozent der Abweichung von Maßnahmen für das Klima für Kreativität in Organisationen direkt auf das Führungsverhalten zurückzuführen sind. Das bedeutet, dass Führungskräfte in einer Weise handeln müssen, die organisatorische Innovation fördert und ermöglicht.

Die sechs Kernkompetenzen für innovatives Denken

Methoden in der Innovationsarbeit lassen sich zu einem Großteil auf die Denkweise von Designern zurückführen. Sie stellen sich Fragen wie: Wie machen wir etwas schön und praktisch nutzbar? Wie passt es mechanisch zusammen? Wie reflektieren wir die Marke? Führungskräfte währenddessen stellen Fragen wie: Was versuchen wir zu erreichen und warum? Wie erreichen wir unsere Ziele? Welche Mitarbeiter und Ressourcen brauchen wir, um dies zu erreichen?

Durch die Verflechtung dieser beiden Ansätze lassen sich sechs essentielle Kompetenzen für innovatives Denken identifizieren, die Unternehmen in die Lage versetzt, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu entwickeln, welche technisch machbar ist, auf genügend Nachfrage, sowie Zahlungsbereitschaft trifft. Jede dieser sechs Fähigkeiten verändert Ihr Verständnis einer Situation und öffnet die Tür für neue Ansätze und Lösungen.

  1. Aufmerksamkeit schenken
    Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit zu bemerken, was unbemerkt geblieben ist. Es geht darum, eine Situation genauer zu betrachten, ein klarer Beobachter zu sein, Details wahrzunehmen und neue Muster zu erkennen. Berücksichtigen Sie verschiedene Standpunkte und mehrere Eingaben. Sehen und hören Sie buchstäblich aus einer neuen Perspektive zu.

  1. Menschen-Zentriertheit
    Bei der Arbeit neigen wir dazu, individuelle, persönliche Erfahrungen zu unterschätzen. Für innovatives Denken ist die Personalisierung ein zweiseitiger Prozess: das Erschließen unseres eigenen breiten Wissens- und Erfahrungsspektrums, sowie ein tiefes, persönliches Verständnis unseres Kunden. Detailliertes Kundenwissen führt zu den neuen Ideen, Mustern und Erkenntnissen, die Innovationen fördern.

  1. Bildliche Darstellung
    Bildliche oder graphische Darstellung ist ein Werkzeug, das Ihnen bei der Informationsverarbeitung hilft. Worte allein reichen in der Regel nicht aus, um Komplexität oder große Informationsmengen zu erfassen. Bildliche Darstellungen sind eine sehr gute Möglichkeit, sie aufzunehmen und ihnen einen Sinn zu geben.

  1. Unternehmerisches Spielen
    Betriebswirtschaftliches Denken und Routinearbeiten können zu einem starren Prozess werden. Innovation erfordert es, einige Regeln zu brechen, sich zu entfalten, etwas Spaß zu haben. Wenn man Wissen und Einsichten durch nicht-traditionelle Wege - freies Erforschen, Improvisation, Experimentieren, Leichtfertigkeit und Rapid Prototyping, Grenzen testen - fühlt sich Arbeit wie ein Spiel an, aber die Ergebnisse sind ernstzunehmende Resultate.

  1. Kollaborative Einbeziehung verschiedener Perspektiven
    Innovationen werden selten von einem "einsamen Genie" geschaffen. Erkenntnisse entstehen durch einen durchdachten, unvoreingenommenen Austausch von Ideen. Kollaboration ist ein Prozess des nachhaltigen, effektiven Dialogs mit denjenigen, die ein Interesse an der Situation haben. Die Einbeziehung einer Vielzahl von Interessengruppen und Standpunkten kann zur Komplexität beitragen, ist aber auch die Quelle vieler Anregungen. Der Fokus besteht darin, eingehende Fragen zu stellen und kritisches Denken anzuwenden, ohne immer direkte Antworten zu erwarten.

  1. Prototypen fertigen
    Scott Fitzgerald sagte einmal: "Die wahre Prüfung einer erstklassigen Intelligenz ist die Fähigkeit zwei gegensätzliche Ideen im Kopf zu behalten und weiter zu funktionieren." Innovation erfordert, dass wir das Entweder-Oder-Denken ablegen und das Ganze als gleichzeitig widersprüchliche Ideen zu integrieren und offen ist für eine dritte (oder vierte oder fünfte) Lösung zu sein. Die Praxis des Prototypen fertigen erlaubt es uns, mit Paradoxien und Widersprüchen zu leben und sie aufzulösen.

Anders als bei der traditionellen Analyse betriebswirtschaftlichen Denkens - bei der wir Probleme in einzelne Teile, bekannte Fakten und aktuelle Annahmen zerlegen müssen - geht es beim Erstellen von Prototypen um Synthese, Integration und Möglichkeiten. Durch das, was als unternehmerische Denkweise bezeichnet wird, können wir intuitive Verbindungen zwischen scheinbar beziehungslosen Informationen herstellen und beginnen, Ordnung aus dem Chaos zu formen.

Fazit

Unternehmen spüren die Grenzen ihrer bisherigen standardisierten Prozesse. Die zusätzlichen Belastungen durch wirtschaftlichen Druck und die weit verbreitete Unsicherheit veranlassen Führungskräfte überall dazu, nach neuen Wegen für die Zukunft zu suchen.

Innovative unternehmerische Führung - der Einsatz innovativen Denkens und die Führungspersönlichkeit die dies unterstützt - ist der Schlüssel, um das Unternehmen zukunfts- und konkurrenzfähig zu machen.

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