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Erfolgsinventur – eigene Erfolge erkennen!

Es mag sich im ersten Moment sehr ungewohnt anhören und bei aller Wertschätzung für Sie und Ihre Persönlichkeit – aber ein Bewerbungsprozess ist in erster Linie ein Verkaufsprozess. Und um sich erfolgreich verkaufen zu können, sollten Sie Ihre Erfolge kennen und auch dementsprechend kommunizieren. Erfolge sind letztlich Ausdruck Ihrer Stärken!

Der Bewerbungsprozess ein Kaufprozess?!

Dieser Aspekt ist eigentlich nicht neu. Die alten Sprichworte „Klappern gehört zum Handwerk“ oder „Tue Gutes und rede darüber“ kennen Sie bestimmt. Doch vielen Menschen fällt es schwer,  überhaupt eigene Erfolge selbst zu erkennen und dann auch angemessen gegenüber anderen darzustellen. Woher kommt das?

Ich erlebe in meinen Karriereberatungen immer wieder, dass sich die meisten Menschen im tagtäglichen Arbeitsleben ihrer Erfolge gar nicht bewusst sind. Sie betrachten ihre eigene Leistung, ihr eingebrachtes Know-how oder auch ihr großes Engagement im Arbeitsleben als etwas Selbstverständliches, das nicht besonders erwähnenswert ist. Wenn wir dann gemeinsam besondere Projekte, Sonderaufgaben oder auch Ergebnisse aus der beruflichen Vergangenheit reflektieren, analysieren und klar benennen, höre ich nicht selten den Satz: „… ach, finden Sie?“, gefolgt von einem zögerlichen Lächeln und der Erkenntnis, „…stimmt! So habe ich es noch nie gesehen.“

Warum uns unsere Erfolge oftmals nicht bewusst sind.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sich viele Menschen ihrer Erfolge deshalb nicht bewusst sind, da sie nur nach sehr großen, überragenden Ergebnissen suchen und darüber die „ganz normalen Erfolge“ nicht realisieren. Außerdem fällt es den meisten auch schwer, eine  Außensicht auf ihre Leistungen und auf ihre Person einzunehmen.

Wie vorgehen?

Analysieren Sie jede Ihrer beruflichen Stationen und fragen Sie sich:

  • Wo habe ich Dinge erreicht, auf die ich stolz bin, weil ich mehr geleistet habe als erforderlich oder auch weil Sie sie in kürzester Zeit bewältigt haben?
  • Welche Aufgaben waren besonders schwierig bzw. komplex?
  • Welche Ihrer Lösungen war hervorragend oder besonders erfinderisch?
  • Wo gab es schwierige Rahmenbedingungen (Zeit, Kosten, Manpower) zu bewältigen?
  • Welche Projekte oder Themen haben Sie zusätzlich zu Ihren eigentlichen Aufgaben bewältigt?
  • Welche Prozesse oder Abläufe haben Sie verbessert bzw. Schnittstellen optimiert?

Bei der Darstellung Ihrer Erfolge sollten Sie einer klaren Struktur folgen.

Beschreiben Sie die Ausgangssituation bzw. die Aufgabe, mit der Sie konfrontiert waren, möglichst klar, prägnant und ohne Fachbegriffe. Nun stellen Sie in knapper Form die Aktion dar, die Sie zur Lösung des Problems gewählt haben. Dabei sollten Sie aktive Verben wählen und in der Ich-Form beschreiben, was Sie getan haben, um die Aufgabe zu lösen. Falls Sie im Team gearbeitet haben, dann verdeutlichen Sie Ihren Part. Schließen Sie Ihre Schilderung mit dem Resultat, das Sie erzielt haben, falls möglich belegen Sie das Resultat mit Zahlen, Daten, Fakten.

Welche Erfolge kommunizieren?

Gerade wenn Sie bereits einige Jahre Berufsleben hinter sich haben, werden Sie feststellen, dass Sie doch eine gewisse Auswahl an Erfolgsbeispiele haben. Dann stellt sich die Frage:  Welchen meiner Erfolge erzähle ich denn nun?

An dieser Stelle lautet die Antwort: Es kommt darauf an – auf die Situation und den Kontext. In einem Bewerbungsgespräch zum Beispiel bietet es sich an, von denjenigen Erfolgen zu berichten, die sich an den Aufgaben und Anforderungen der neuen Position orientieren. Die in der Stellenausschreibung erwähnten Kompetenzen und Erfahrungen sind wichtige Indikatoren für das richtige Erfolgsbeispiel, um zu zeigen, dass Sie das geforderte Know-how und die Kompetenzen mitbringen. Demzufolge dürften die geschilderten Erfolge je nach Bewerbungsgespräch variieren.

Es  mag sich anfangs ungewohnt für Sie anfühlen, über die eigenen Erfolge zu sprechen. Ich möchte Sie aber ermutigen, über Ihren Schatten zu springen und Ihre Erfolge und die gemachten Erfahrungen  entsprechend zu verkaufen. Nicht übertrieben, aber da wo es angebracht ist.

Sie haben etwas zu bieten – zeigen Sie es!

Foto: “Syda Productions/Shutterstock”

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