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Neue Arbeitsformen im Fokus der Digitalisierung und Industrie 4.0

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft tiefgreifend – allem voran unseren Arbeitsalltag. Günter Walter, Geschäftsführender Partner bei Liebich & Partner, erläuterte am vergangenen Montag im Rahmen der von der Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) organisierten Veranstaltungsreihe „Informationen aus erster Hand“ welche neuen Arbeitsformen durch Digitalisierung und Industrie 4.0 entstehen.

„Dass wir mit dem heutigen Thema gerade hier zu Gast sind ist kein Zufall“, begrüßt WRO-Geschäftsführer Dominik Fehringer die Gäste am vergangenen Montag in der Volksbank Bühl. „Schon vor Jahren, in einer Zeit, in der viele Unternehmen noch in Wartestellung waren, hatte die Volksbank Bühl Mut zum Ausprobieren und zur Auseinandersetzung mit digitalen Themen.“ Schon seit 2008 ist die Volksbank Bühl auf verschiedenen Social-Media-Kanälen aktiv. Eine interne Plattform, ähnlich wie Facebook, verbindet die Mitarbeiter untereinander und bindet sie in Prozesse ein. Seit etwa einem Jahr nutzt die Immobilienabteilung Virtual-Reality-Brillen und führt digitale Wohnungsbesichtigungen durch. „In Zeiten der Digitalisierung und Industrie 4.0 müssen Unternehmen flexibel und agil sein“ freut sich Gastgeber und Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bühl, Claus Preiss, über die Herausforderungen.

„Digitalisierung und Industrie 4.0 erzeugen durch den Einsatz von Maschinen in der Fertigung und Montage deutliche Effizienzsteigerungen“, so Referent Günter Walter. Für die Mitarbeiter bedeute dies weniger körperliche Belastung. „Dadurch entstehen ganz neue Arbeitsformen. Mitarbeiter haben vermehrt überwachende und steuernde Aufgaben.“ Sie erhalten digitale Unterstützung von Maschinen. Digitale Kompetenzen und lebenslanges Lernen seien dadurch dringend notwendig.

Besonders die Mitarbeiter, die der Generation Y angehören, seien die Treiber und Botschafter der Digitalisierung. „Übertragen Sie Verantwortung für Digitalisierungsprojekte an Ihre jungen Mitarbeiter zwischen 25 und 35 Jahren“, appelliert Walter. „Sie werden staunen, welche Motivationsschub das auslöst und wie diese digitalen Experten die erfahreneren Teammitglieder in den Fachabteilungen inspirieren. Die Jungen nehmen die erfahrenen Mitarbeiter mit auf die Reise und profitieren von deren Fachexpertise!“ An dieser Stelle bemängelt Walter die aktuelle Bildungslandschaft: „In unseren Schulen wird derzeit nicht das gelehrt, was die Wirtschaft braucht um zukunftsfähig zu sein.“ Das sei vor allem ein Generationenproblem. Eine weitere Herausforderung seien Mitarbeiter, die zwar fachlich gut sind, jedoch Schwächen im digitalen Bereich haben. Auf diese Mitarbeiter soll besonders geachtet werden. Diese dürfe man nicht fallen lassen, sondern durch Schulungen unterstützen. „Sobald die Mitarbeiter bereit sind, sich weiterzuentwickeln, ist das problemlos möglich“, versichert Walter.

In der von der Digitalisierung angestoßenen Entwicklung sieht Walter großes Potential: Die Mitarbeiter werden körperlich entlastet. Schwere und gesundheitsgefährdende Arbeiten werden von Maschinen und Robotern erledigt. Außerdem profitieren Mitarbeiter von der flexiblen Arbeitsweise und können individuelle Lebensentwürfe verwirklichen. Die Mitarbeiter müssen nicht mehr ausschließlich im Büro befinden um zu arbeiten. Auch das gängige „Nine-to-Five“-Modell ist veraltet. Mitarbeiter werden dadurch immer flexibler arbeiten. Das erfordert ein großes Vertrauen durch Geschäftsführer und Personalverantwortliche. „Flexibilisieren Sie Arbeitszeiten und Vergütungsmodelle und sichern Sie so die nachhaltige Wirkung der digitalen Veränderung im Unternehmen. Digitalisierung befördert die Vereinbarkeit von persönlichen Lebensbedingungen und Beruf.“

Foto: v. l.: Dominik Fehringer (WRO-Geschäftsführer), Günter Walter (Geschäftsführender Partner bei Liebich & Partner), Claus Preiss (Vorstandsvorsitzender Volksbank Bühl)

Quelle: PresseBox, Offenburg,

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Bewerber-Check im Netz

Darstellung im Lebenslauf ist wichtig – doch hält Ihre Bewerbung einem Check im Netz stand?

Der Lebenslauf und seine Bedeutung im Bewerbungsprozess sind erst kürzlich in der Studie Recruiting Trends 2017 nochmals eindeutig herausgestellt worden. Bei ausgeschriebenen Stellen ist für 99% der Personaler ein strukturierter und aussagefähiger Lebenslauf das A und O der Bewerbung – zumindest für die erste Vorauswahl, um zu erkennen, ob ein Bewerber fachlich in Frage kommt.

Im weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses werden aber dann auch andere Beurteilungsinstrumente bzw. Informationsquellen benutzt. In den häufig zwei bis drei Auswahlrunden kommt es zu persönlichen Vorstellungsgesprächen, aus denen sich dann in der Regel zwei bis drei „Kandidaten der Endrunde“ herauskristallisieren.

Eindruck offline – Eindruck online

Mit diesen Endrundenkandidaten befassen sich Personaler dann sehr genau. Hier kommt es darauf an, den bisher entstandenen fachlichen und persönlichen Eindruck weiter abzurunden, da mit der richtigen Personalentscheidung für das Unternehmen doch einiges auf dem Spiel steht. Ein wichtiges – weil öffentlich zugängliches – Instrument dafür ist der „Profil-Check“ in sozialen Medien, der für Personaler nichts Neues ist. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass sich die beruflichen Angaben in den jeweiligen Medien mit den Angaben im Lebenslauf und natürlich auch mit den Aussagen im Vorstellungsgespräch decken. Inhaltliche Widersprüche an dieser Stelle führen zu Zweifeln, die vermeidbar und kontraproduktiv sind.

Ein gut gepflegtes Profil in den stärker beruflich orientierten Netzwerken XING und LinkedIn sollte einen übersichtlichen und professionellen Eindruck der Person erzeugen. In den eher privat ausgerichteten Netzwerken wie Facebook sollte man berücksichtigen, welche privaten Informationen und vor allem auch welche Bilder man von sich preisgibt. Hier kommen Partybilder oder negative Kommentare über frühere Arbeitgeber nicht gut an. Der Name des Bewerbers wird gerne auch mal durch eine Suchmaschine gejagt. Immerhin geben in der Studie 49% der Personaler an, Kandidaten in Einzelfällen über eine Websuche bspw. per Google überprüft zu haben, und 29% der Personaler überprüften bei Einzelfällen das Facebook-Profil der Kandidaten. Im Ergebnis führten diese Checks dann bei rund 12%  der Kandidaten zu Absagen. Schade für die Kandidaten, da dies höchstwahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre!

Gute Profile helfen denen, die sie haben!

Gut gepflegte Profile in den jeweiligen Netzwerken sind nicht nur in einer aktiven Bewerbungsphase entscheidend. Sie werden zunehmend bedeutsamer, wenn man berücksichtigt, dass soziale Netzwerke für die Hälfte aller Personaler zu den wichtigsten Rekrutierungskanälen gehören. Gerade größere Unternehmen und auch Personalberater betreiben hier Active Sourcing, also die gezielte Ansprache von Bewerber über Online-Plattformen.

Nutzen Sie ihre Chancen und verstärken Sie ihr persönliches Profil durch gute Profile im Netz. Holen Sie sich dazu am besten Feedback von Freunden oder auch professionelle Unterstützung eines Beraters.

Welche Erfahrungen haben Sie zu diesem Thema gemacht?

Foto: “Andrey_Popov/Shutterstock”

Eine Buchempfehlung: “New Management” von Marcus Sassenrath

Begeisternd an dem Buch finde ich, dass darin locker-flockig und mit Seitenhieben gespickt, dargestellt wird, welche Notwendigkeiten (es ist die Rede von Veränderungsraten und Veränderungslücken) in den klassischen und etablierten Industrien dafür sorgen, dass hier schnell ein Umhandeln (Umdenken reicht nicht aus) stattfinden muss. Dieses Umhandeln bezieht sich auf mehr Beteiligung, schnelle und auch mal risikobehaftete Entscheidungen von den Menschen im Unternehmen, die es wirklich wissen. Die, an der Basis, die im Team.

Jetzt sagt der ein oder andere: „Und, was ist daran jetzt Neu? Das hören und lesen wir die letzten 1,5 Jahre andauernd.“

Spannend am Buch „New Management“ ist, dass die Geschichte bei einem Automobilzulieferer handelt. Hier ist die Rede davon, dass die Kunden, also die Automobilhersteller, in die Prozesse aktiv eingebunden sind. Mit ihnen partnerschaftlich auf Augenhöhe gearbeitet wird und Open Innovation Workshops gemeinsam mit ehemaligen Konkurrenten und Kunden durchgeführt werden.

Dies alles ist real! Denn dieses Unternehmen hat es geschafft. Sie haben den Wandel hin zu einem agil agierenden Unternehmen vollzogen. Die digitale Transformation wurde hier gemeistert und damit ist weit mehr gemeint, als die Einführung und Vernetzung eines ERP-Systems. Der Autor beschreibt, dass es geht und, das ist neu: WIE es gelingt!

All das, in der Branche, von der es immer heißt, es sei unmöglich. Weil die ach so übermächtigen Konzerne es nicht mitmachen. Das hat mich überrascht und gleichzeitig begeistert.

Der Punkt in diesem Buch ist, hier werden verschiedenste Lösungsansätze für die Themen Veränderung, Digitalisierung und Beteiligung angeboten. Es gibt eine Fülle an dezidierten Methoden und Werkzeugen, mit deren Einsatz es jedem Unternehmen gelingen kann den Wandel zu schaffen.

Was es nicht gibt sind Best Practice. Denn, die werden in einer sich immer schneller verändernden Welt in der es ein hohes Maß an Individualität in den Konstellationen der Zusammenarbeit gibt, nicht funktionieren. Jedes Unternehmen muss seinen passenden Erfolgsweg selbst finden.

Deswegen gilt es, die Anregungen anzunehmen, auszuprobieren, an die eigenen Rahmenbedingen anzupassen. Das was wirkt weiter entwickeln, was in die Irre führt verwerfen und Neues versuchen.

An einer Stelle möchte ich dem Autor allerdings wiedersprechen: So schreibt er: „… Dafür (Anm.: gemeint ist die kontinuierliche Veränderung) verfügen die Unternehmen über erprobte Change-Instrumente.“

Dies wage ich zu bezweifeln und aus meiner Berufserfahrung kann ich sagen, die Instrumente sind bekannt und sie sind auch erprobt. Dass die Unternehmen über sie verfügen stelle ich stark in Frage und dass Unternehmen sie tatsächlich regelmäßig oder gar kontinuierlich anwenden, ist mit Sicherheit die Ausnahme.

Wenn Sie sich zu Change-Methoden austauschen wollen oder Fragen zur erfolgreichen Anwendung haben, dann schreiben Sie mir! Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen und Fragen.

Mehr zum Thema “New Management” und Impact Week: https://www.liebich-partner.de/de/2017/08/28/impact-week-2017/

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