Ziel Zukunft

Geschwindigkeit ist faszinierend. Vorausgesetzt, man verliert sein Ziel nicht aus den Augen. Ist man sich da nicht mehr so sicher, sollte man Tempo rausnehmen und sich vergewissern: „Hmm …, sind wir noch auf dem richtigen Kurs?“

Die Geschwindigkeit, in der Digitalisierung und Globalisierung die Welt verändern, bringt Unternehmen unter enormen Druck – egal, ob sie selbst schon mitten im Umbruch oder noch in der „alten Welt“ erfolgreich sind. Es sind gefühlt schnell Entscheidungen zu treffen, für die es kein Richtig oder Falsch gibt. Kurz, es geht tatsächlich darum, Unternehmenszukunft zu gestalten.

Jetzt heißt es durchatmen und sich erst einmal klar darüber werden, dass es in der digitalen Zeitenwende nicht um alles oder nichts geht: Weder sich zu verweigern noch alles zu digitalisieren, was möglich ist,  macht Sinn. Ebenso va banque spielt, wer ins Blaue digitalisiert oder nachmacht, was andere machen. Da helfen weder Zaudern noch der Traum von digitalen Höhenflügen, zuverlässige Orientierung gibt nur der Cross-Check mit der Unternehmenswirklichkeit. Es geht darum, die vielen, manchmal widersprüchlichen Informationen und, sofern sie vorliegen, algorithmisierte Datensignale aufzunehmen und mit den bewährten Parametern im Unternehmen – den Werten, Zielen, der Strategie, den messbaren Erfolgsfaktoren – abzugleichen. So erkennt man, was tatsächlich relevant für das Unternehmen ist, kann daraus Schlüsse ziehen, Chancen abwägen und Maßnahmen ableiten.

Der Cross-Check zählt für Piloten zu den wichtigsten Aufgaben für einen sicheren Flug. Eine Idee, die sich auf die Unternehmensführung übertragen lässt. Das Prüfverfahren schafft beim Start in die Digitalisierung, aber auch während ihres sich selbst beschleunigenden Fortschritts oder bei unerwarteten Entwicklungen immer wieder Gewissheit darüber, ob das Unternehmen noch auf dem richtigen Weg ist. Der Cross-Check zeigt, ob und was nicht stimmt. Dafür muss man zur Not auch mal Geschwindigkeit rausnehmen. Hat man die Ursachen erkannt, kann man umso schneller handeln, egal ob es dabei um eine Korrektur auf Maßnahmenseite oder um eine notwendige Anpassung der Unternehmensparameter geht. Denn ja: Das Unternehmen verändert sich. Und das in Zukunft laufend.

In einer digital vernetzten Welt erhalten Unternehmen eine Fülle an Realtime-Informationen ihrer Kunden. Erforderlich sind viele und schnelle Handlungsentscheidungen. Digitalität ohne Agilität ist daher Verschwendung. Und bringt darüber hinaus Führungskräfte an ihre Grenzen. Der digitale Wandel gelingt, wenn die Führung in der Lage ist, valide von nicht validen Informationen zu unterscheiden und Leistung an sich ändernden Kundenbedürfnissen auszurichten, und bereit ist, Entscheidungskompetenz an Mitarbeiter abzugeben. Als Ausreden für mangelnde Führungsarbeit taugen Digitalität und Agilität allerdings nicht. Führungsverantwortung lässt sich weder an Daten noch an Mitarbeiter auslagern. Gerade in bewegten Zeiten sollten Führungskräfte ihr Handwerk beherrschen, um das Unternehmen auf Kurs zu halten.

Autor: Wilfried Bantle

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.