Karriereblog

Der Arbeitsmarkt boomt, aber Sie finden keine passende Stelle?

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt seit einigen Jahren beständig. Von jahreszeitlich bedingten Schwankungen einmal abgesehen, ist die Zahl der Arbeitslosen in den letzten Jahren immer weiter gesunken.

Grund dafür ist, dass die Unternehmen, bedingt durch das kontinuierliche Wirtschaftswachstum, derzeit sehr stark nach qualifizierten Arbeitskräften suchen und damit sich die Arbeitslosigkeit mehr und mehr verringert. Dies führt in Deutschland zu einem Mangel an geeigneten Fach- und Führungskräften.

Mehr als 100 Bewerbungen und noch keinen neuen Job?

Trotz dieser für Arbeitnehmer sehr positiven Entwicklung, gibt es immer wieder Menschen, die, obwohl sie sehr qualifiziert sind, keinen neuen Job bekommen. Sehr häufig liegt das an den Unterlagen, einem nicht optimalen Auftritt in sozialen Netzwerken oder aber auch am fehlenden Profil. Oftmals passt die Bewerbung aber auch schlicht nicht zur ausgeschriebenen Stelle.

Was kann ich tun um erfolgreich zu werden?

Wie positioniere ich mich richtig am Arbeitsmarkt?

Zunächst einmal ist eine klare Standortbestimmung notwendig. Die Leitfragen dazu sind:

  • Wer bin ich? – was macht mich aus und unterscheidet mich von Anderen
  • Was kann ich? – was sind meine „Kernkompetenzen“, mein persönlicher USP
  • Was will ich? – wie sehe ich selbst meine weitere berufliche Entwicklung

Diese klare Reflexion des bisherigen beruflichen Werdegangs ist nicht leicht. Hier kann ein professioneller Karriereberater sehr hilfreich sein. Besonders auch sein „Fremdbild“ wird helfen, die eigenen beruflichen Kompetenzen und Qualifikationen sowie die Persönlichkeit richtig einzuschätzen.

Wie sieht mich der Markt?

Im nächsten Schritt gilt es abzugleichen, welche Anforderungen die Unternehmen an die vakante Position stellen und inwieweit ihre Ausbildung und ihre beruflichen Erfahrungen dazu passen.

Dies bedeutet aber nicht, dass Sie zwangsläufig alle genannten Anforderungen komplett erfüllen müssen. Auch wenn Ihr Profil nur zu 70% oder 80% passt haben Sie Chancen. Dies allerdings nur, wenn sie die „harten Faktoren“ (z. B. Studium im Bereich XY, verhandlungssichere Englischkenntnisse sind unabdingbar etc.) auch erfüllen.

Trauen Sie sich aber auch höherwertige Stellen in den Fokus zu nehmen, wenn sie dies wollen.

Auch bei der Auswahl der richtigen Stelle hilft Ihnen ein Karriereberater besonders. Er kennt viele Stellenprofile, die Unternehmen und Herausforderungen besonders gut und kann Ihnen die richtigen Ratschläge geben.

Noch ein Tipp: Sollten Sie sich weiter unsicher sein, ob Sie auf die ausgeschriebene Stelle passen, so hilft oftmals ein Anruf beim genannten Ansprechpartner im Unternehmen oder beim Personalberater.

Foto: “Zerbor/Shutterstock”

Bewerber-Check im Netz

Darstellung im Lebenslauf ist wichtig – doch hält Ihre Bewerbung einem Check im Netz stand?

Der Lebenslauf und seine Bedeutung im Bewerbungsprozess sind erst kürzlich in der Studie Recruiting Trends 2017 nochmals eindeutig herausgestellt worden. Bei ausgeschriebenen Stellen ist für 99% der Personaler ein strukturierter und aussagefähiger Lebenslauf das A und O der Bewerbung – zumindest für die erste Vorauswahl, um zu erkennen, ob ein Bewerber fachlich in Frage kommt.

Im weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses werden aber dann auch andere Beurteilungsinstrumente bzw. Informationsquellen benutzt. In den häufig zwei bis drei Auswahlrunden kommt es zu persönlichen Vorstellungsgesprächen, aus denen sich dann in der Regel zwei bis drei „Kandidaten der Endrunde“ herauskristallisieren.

Eindruck offline – Eindruck online

Mit diesen Endrundenkandidaten befassen sich Personaler dann sehr genau. Hier kommt es darauf an, den bisher entstandenen fachlichen und persönlichen Eindruck weiter abzurunden, da mit der richtigen Personalentscheidung für das Unternehmen doch einiges auf dem Spiel steht. Ein wichtiges – weil öffentlich zugängliches – Instrument dafür ist der „Profil-Check“ in sozialen Medien, der für Personaler nichts Neues ist. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass sich die beruflichen Angaben in den jeweiligen Medien mit den Angaben im Lebenslauf und natürlich auch mit den Aussagen im Vorstellungsgespräch decken. Inhaltliche Widersprüche an dieser Stelle führen zu Zweifeln, die vermeidbar und kontraproduktiv sind.

Ein gut gepflegtes Profil in den stärker beruflich orientierten Netzwerken XING und LinkedIn sollte einen übersichtlichen und professionellen Eindruck der Person erzeugen. In den eher privat ausgerichteten Netzwerken wie Facebook sollte man berücksichtigen, welche privaten Informationen und vor allem auch welche Bilder man von sich preisgibt. Hier kommen Partybilder oder negative Kommentare über frühere Arbeitgeber nicht gut an. Der Name des Bewerbers wird gerne auch mal durch eine Suchmaschine gejagt. Immerhin geben in der Studie 49% der Personaler an, Kandidaten in Einzelfällen über eine Websuche bspw. per Google überprüft zu haben, und 29% der Personaler überprüften bei Einzelfällen das Facebook-Profil der Kandidaten. Im Ergebnis führten diese Checks dann bei rund 12%  der Kandidaten zu Absagen. Schade für die Kandidaten, da dies höchstwahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre!

Gute Profile helfen denen, die sie haben!

Gut gepflegte Profile in den jeweiligen Netzwerken sind nicht nur in einer aktiven Bewerbungsphase entscheidend. Sie werden zunehmend bedeutsamer, wenn man berücksichtigt, dass soziale Netzwerke für die Hälfte aller Personaler zu den wichtigsten Rekrutierungskanälen gehören. Gerade größere Unternehmen und auch Personalberater betreiben hier Active Sourcing, also die gezielte Ansprache von Bewerber über Online-Plattformen.

Nutzen Sie ihre Chancen und verstärken Sie ihr persönliches Profil durch gute Profile im Netz. Holen Sie sich dazu am besten Feedback von Freunden oder auch professionelle Unterstützung eines Beraters.

Welche Erfahrungen haben Sie zu diesem Thema gemacht?

Foto: “Andrey_Popov/Shutterstock”

Passt der neue Job zu Ihrer Persönlichkeit?

Hurra!! Sie haben es geschafft!! Ein Unternehmen bietet Ihnen eine neue sehr spannende und gut dotierte Aufgabe an.

Passe ich zum Unternehmen?

Trotzdem stellt sich vielen Bewerbern die Frage – passe ich zu dem Unternehmen, seiner Kultur und seinen Werten? Soll ich jetzt meinen aktuellen Job dafür kündigen??

Sicherlich kann man sich jetzt über das neue Unternehmen erkundigen. Sie können im Freundeskreis fragen, ob jemand das Unternehmen kennt und wie sich die Mitarbeiter fühlen die darin arbeiten. Bestimmt werden Sie auch wissen wollen welche Unternehmenskultur dort vorherrscht. Sie können auch die Unternehmensbewertungen im Internet aufsuchen und versuchen zu verstehen, was das für eine Firma ist.

Aber kennen Sie sich selbst gut genug um abzuschätzen welches Unternehmen wirklich zu Ihnen passt?

Was bringt eine persönliche Standortbestimmung?

Hier hilft oftmals eine berufliche Standortbestimmung mit einem erfahrenen Karrierecoach. Dabei werden Ihre Persönlichkeit, Ihre Einstellung zur Arbeit, die persönliche Lebensplanung und Ihre berufliche Vision erarbeitet und diese können dann leichter mit dem Wunschunternehmen abgeglichen werden.

So schaffen Sie es die für Sie individuell richtige Entscheidung zu treffen. Dies hilft Ihnen auch, sehr schnell an die neue Kultur im Unternehmen „anzudocken“. Die Gefahr in der Probezeit zu scheitern wird dadurch wesentlich verringert.

Foto: “Nattakorn_Maneerat/Shutterstock”

Unzufriedenheit im Job, Karriereberatung

Macht Ihr Job Sie auch unglücklich??

Wieder einmal hat das renommierte Beratungshaus Gallup (gallup.de) eine bundesweite Befragung von Beschäftigen, über deren Einsatz und die Einstellung zu ihrem Arbeitgeber durchgeführt.

Für die aktuelle Studie (2016) wurden wieder über 2.000 Arbeitnehmer, die durch ein Zufallsprinzip ermittelt wurden, befragt. Die Studie ist damit repräsentativ für alle Arbeitnehmer ab 18 Jahren.

Nur 15% aller Arbeitnehmer haben eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber!

Wie in jedem Jahr ergab auch die Studie für das Jahr 2016 das nur rund 15% aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber aufweisen. Eine geringe emotionale Bindung geben rund 70% der Befragten an. Keine emotionale Bindung weisen 15% der Mitarbeiter auf. Diese Mitarbeiter haben sicherlich bereits innerlich gekündigt.

Die Ergebnisse der aktuellen Befragung decken sich in hohem Maße mit den Ergebnissen aus den vorangegangenen Jahren. Lediglich die Zahl der Menschen ohne emotionale Bindung zum Arbeitgeber hat sich seit 2012 (24%) auf 2016 (15%) doch etwas verbessert.

Was bleibt sind aber rund 85% aller Arbeitnehmer, die keine oder nur eine geringe Begeisterung für ihre Arbeit zeigen. Viele von ihnen suchen die fehlende Bestätigung oder den fehlenden Spaß in Freizeitaktivitäten wie Sport oder Vereinsaufgaben.

Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

Wie so oft in den letzten Jahren liegt der Hauptgrund, nach Aussage der Befragten,  in der jeweiligen Führungskraft. Gerade Wertschätzung, Vertrauen und eine offene Kommunikation werden dabei vermisst. Dadurch lassen sich auch moderne „agile“ Managementmethoden nicht einführen.

Ich frage mich aber immer wieder: Warum wechseln diese Arbeitnehmer – zumindest die Mitarbeiter ohne emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber – nicht den Arbeitsplatz oder suchen sich eine neue berufliche Aufgabe?

Sicher, dahinter stehen natürlich finanzielle Aspekte und die Angst den derzeit erreichten Lebensstandard nicht halten zu können, oder den neuen Job in der Probezeit wieder zu verlieren. Macht aber so ein Job nicht auf Dauer krank und extrem unzufrieden??

Gibt es dazu eine Lösung?

Vielleicht hilft es diesen Menschen, die beruflichen Möglichkeiten mit einem professionellen Karriereberater zu durchleuchten und eine berufliche Strategie für die Zukunft zu entwickeln. Danach sollten diese Menschen in der Lage sein zu entscheiden, ob eine Kündigung Sinn macht und wie groß die Risiken dabei wirklich sind.

Wie sehen Sie das? Welche Erfahren haben Sie bisher gemacht?

Foto:

Erfolg, Unternehmensberatung, Personalberatung, Managementberatung

Erfolgsinventur – eigene Erfolge erkennen!

Es mag sich im ersten Moment sehr ungewohnt anhören und bei aller Wertschätzung für Sie und Ihre Persönlichkeit – aber ein Bewerbungsprozess ist in erster Linie ein Verkaufsprozess. Und um sich erfolgreich verkaufen zu können, sollten Sie Ihre Erfolge kennen und auch dementsprechend kommunizieren. Erfolge sind letztlich Ausdruck Ihrer Stärken!

Der Bewerbungsprozess ein Kaufprozess?!

Dieser Aspekt ist eigentlich nicht neu. Die alten Sprichworte „Klappern gehört zum Handwerk“ oder „Tue Gutes und rede darüber“ kennen Sie bestimmt. Doch vielen Menschen fällt es schwer,  überhaupt eigene Erfolge selbst zu erkennen und dann auch angemessen gegenüber anderen darzustellen. Woher kommt das?

Ich erlebe in meinen Karriereberatungen immer wieder, dass sich die meisten Menschen im tagtäglichen Arbeitsleben ihrer Erfolge gar nicht bewusst sind. Sie betrachten ihre eigene Leistung, ihr eingebrachtes Know-how oder auch ihr großes Engagement im Arbeitsleben als etwas Selbstverständliches, das nicht besonders erwähnenswert ist. Wenn wir dann gemeinsam besondere Projekte, Sonderaufgaben oder auch Ergebnisse aus der beruflichen Vergangenheit reflektieren, analysieren und klar benennen, höre ich nicht selten den Satz: „… ach, finden Sie?“, gefolgt von einem zögerlichen Lächeln und der Erkenntnis, „…stimmt! So habe ich es noch nie gesehen.“

Warum uns unsere Erfolge oftmals nicht bewusst sind.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sich viele Menschen ihrer Erfolge deshalb nicht bewusst sind, da sie nur nach sehr großen, überragenden Ergebnissen suchen und darüber die „ganz normalen Erfolge“ nicht realisieren. Außerdem fällt es den meisten auch schwer, eine  Außensicht auf ihre Leistungen und auf ihre Person einzunehmen.

Wie vorgehen?

Analysieren Sie jede Ihrer beruflichen Stationen und fragen Sie sich:

  • Wo habe ich Dinge erreicht, auf die ich stolz bin, weil ich mehr geleistet habe als erforderlich oder auch weil Sie sie in kürzester Zeit bewältigt haben?
  • Welche Aufgaben waren besonders schwierig bzw. komplex?
  • Welche Ihrer Lösungen war hervorragend oder besonders erfinderisch?
  • Wo gab es schwierige Rahmenbedingungen (Zeit, Kosten, Manpower) zu bewältigen?
  • Welche Projekte oder Themen haben Sie zusätzlich zu Ihren eigentlichen Aufgaben bewältigt?
  • Welche Prozesse oder Abläufe haben Sie verbessert bzw. Schnittstellen optimiert?

Bei der Darstellung Ihrer Erfolge sollten Sie einer klaren Struktur folgen.

Beschreiben Sie die Ausgangssituation bzw. die Aufgabe, mit der Sie konfrontiert waren, möglichst klar, prägnant und ohne Fachbegriffe. Nun stellen Sie in knapper Form die Aktion dar, die Sie zur Lösung des Problems gewählt haben. Dabei sollten Sie aktive Verben wählen und in der Ich-Form beschreiben, was Sie getan haben, um die Aufgabe zu lösen. Falls Sie im Team gearbeitet haben, dann verdeutlichen Sie Ihren Part. Schließen Sie Ihre Schilderung mit dem Resultat, das Sie erzielt haben, falls möglich belegen Sie das Resultat mit Zahlen, Daten, Fakten.

Welche Erfolge kommunizieren?

Gerade wenn Sie bereits einige Jahre Berufsleben hinter sich haben, werden Sie feststellen, dass Sie doch eine gewisse Auswahl an Erfolgsbeispiele haben. Dann stellt sich die Frage:  Welchen meiner Erfolge erzähle ich denn nun?

An dieser Stelle lautet die Antwort: Es kommt darauf an – auf die Situation und den Kontext. In einem Bewerbungsgespräch zum Beispiel bietet es sich an, von denjenigen Erfolgen zu berichten, die sich an den Aufgaben und Anforderungen der neuen Position orientieren. Die in der Stellenausschreibung erwähnten Kompetenzen und Erfahrungen sind wichtige Indikatoren für das richtige Erfolgsbeispiel, um zu zeigen, dass Sie das geforderte Know-how und die Kompetenzen mitbringen. Demzufolge dürften die geschilderten Erfolge je nach Bewerbungsgespräch variieren.

Es  mag sich anfangs ungewohnt für Sie anfühlen, über die eigenen Erfolge zu sprechen. Ich möchte Sie aber ermutigen, über Ihren Schatten zu springen und Ihre Erfolge und die gemachten Erfahrungen  entsprechend zu verkaufen. Nicht übertrieben, aber da wo es angebracht ist.

Sie haben etwas zu bieten – zeigen Sie es!

Foto: “Syda Productions/Shutterstock”

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Berufliche Positionierung

Früher waren die berufliche Positionierung und die sich daraus ergebende Karriereentwicklung relativ einfach.

Sehr häufig kam es vor, dass Mitarbeiter nach der Ausbildung oder dem Studium in ein Unternehmen eintraten und oftmals auch dort in den Ruhestand gingen. Die Karriere hing dabei, neben der eigenen persönlichen Leistung, auch dran, wie sehr sich der Vorgesetzte für seinen Mitarbeiter eingesetzt hat. Die Wechselwilligkeit war damals, auch aufgrund der fehlenden Transparenz über offene Stellen, eher gering.

Wie verändert sich der Arbeitsmarkt?

Heute hat sich das wesentlich verändert. Zum einen schaffen die verschiedenen Jobportale eine große Transparenz über offene Stellen – teilweise auch im Ausland, zum anderen verändern sich aber auch die Anforderungen an die Bewerber wesentlich schneller als bisher.

Bestes Beispiel hierzu sind die englischen Sprachkenntnisse, die aufgrund der zunehmenden Globalisierung der Unternehmen und Märkte bei vielen Positionen einfach unabdingbar sind.

Die technischen Entwicklungen, gerade im Umfeld der Digitalisierung, schaffen aber auch grundsätzlich neue Stellen und Aufgaben. Manche Jobs werden aber auch dadurch dauerhaft verdrängt bzw. gänzlich entfallen.

Wie positioniere ich mich richtig am Arbeitsmarkt?

Zunächst einmal ist eine klare Standortbestimmung notwendig. Die Leitfragen dazu sind:

  • Wer bin ich? – was macht mich aus und unterscheidet mich von Anderen
  • Was kann ich? – was sind meine „Kernkompetenzen“, mein persönlicher USP
  • Was will ich? – wie sehe ich selbst meine weitere berufliche Entwicklung

Diese klare Reflexion des bisherigen beruflichen Werdegangs ist nicht leicht. Hier kann ein professioneller Karriereberater sehr hilfreich sein. Besonders auch sein „Fremdbild“ wird helfen, die eigenen beruflichen Kompetenzen und Qualifikationen sowie die Persönlichkeit richtig einzuschätzen.

Wie sieht mich der Markt?

Im nächsten Schritt gilt es abzugleichen, welche Anforderungen die Unternehmen an die vakante Position stellen und inwieweit ihre Ausbildung und ihre beruflichen Erfahrungen dazu passen.

Dies bedeutet aber nicht, dass Sie zwangsläufig alle genannten Anforderungen komplett erfüllen müssen, auch wenn Ihr Profil nur zu 70% oder 80% passt haben Sie Chancen. Dies allerdings nur, wenn sie die „harten Faktoren“ (z. B. Studium im Bereich XY, verhandlungssichere Englischkenntnisse sind unabdingbar etc.) auch erfüllen.

Trauen Sie sich aber auch, sich auf höherwertige Stellen zu bewerben, wenn sie dies wollen.

Auch bei der Auswahl der richtigen Stelle hilft Ihnen ein Karriereberater besonders. Er kennt viele Stellenprofile, die Unternehmen und Herausforderungen besonders gut und kann Ihnen die richtigen Ratschläge geben.

In einem aktuellen Beratungsauftrag konnte ich eine Mandantin sehr erfolgreich als Führungskraft im Bereich der Digitalisierung von Geschäftsprozessen platzieren. Sie selbst hatte diese Art von Aufgaben nicht im Blickfeld; der Arbeitsmarkt gab mir Recht.

Foto: “Chinnapong/Shutterstock”

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Jobwechsel: Bleiben Sie noch oder gehen Sie doch?

Vielleicht kommt Ihnen die folgende Situation bekannt vor: Freunde oder Bekannte aus Ihrem Umfeld wechseln die Firma und schildern begeistert die tollen Möglichkeiten im neuen Job. So baut sich in Ihnen unbewusst und evtl. ungeplant die Frage auf: Warum soll ausgerechnet ich dann noch in meinem bisherigen Job bleiben??

Warum nicht auch ich?

Natürlich kennt jeder die Tage, an denen man Frust erlebt, weil bspw. der Chef einen mehr oder minder berechtigt kritisiert wegen eines Fehlers oder Verhaltens, im wichtigen Projekt nichts vorwärts geht, Dinge zerredet werden, das Projekt sogar gescheitert ist, obwohl man viel Arbeit reingesteckt hat oder es eben Ärger mit den Kollegen gab. Solange diese Ereignisse nur temporär sind und unter den Beteiligten mit etwas Abstand besprochen und geklärt werden können, sind das keine ausschlaggebenden Gründe zum Gehen.

Lassen Sie sich nicht verrückt machen bzw. setzen Sie sich nicht unter selbstgemachten Handlungsdruck. Es wäre eine schlechte Idee, wenn Sie Wechseln einfach um des Wechselns willen.

Vergegenwärtigen Sie sich ganz bewusst auch Gründe, die für das Bleiben sprechen können:

Vertrauen und Förderung durch den Chef:  Mal abgesehen von einzelnen „Frust-Tagen“, wie oben beschrieben, erfahren Sie von Ihrem Vorgesetzten grundsätzlich Wertschätzung Ihrer Person sowie Lob und Anerkennung für Ihre Leistungen. Ihre Beurteilungen der letzten Jahre sind durchweg gut bis sehr gut.

Möglichkeit für neue Aufgaben und Projekte: Es muss ja nicht sofort eine neue Position oder Beförderung sein, aber Sie haben immer wieder Chancen, sich neuartigen und für Sie herausfordernden Aufgaben zu stellen, diese erfolgreich zu bewältigen und sich so auch inhaltlich weiterzuentwickeln. Darüber hinaus können Sie sich zu neuen Arbeitsinhalten und -methoden im Rahmen von Weiterbildungen up to date halten.

Arbeitsklima: Wenn Sie im Großen und Ganzen gerne mit Ihren Kollegen zusammenarbeiten, die Stimmung im Team gut ist und Ihnen die Arbeit mehrheitlich Freude bereitet.

Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben: Ihr Arbeitsort und ihre Arbeitszeiten ermöglichen es Ihnen, neben den beruflichen Anforderungen inklusive Reise- und Pendelzeiten genügend Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen sowie Hobbies zu pflegen.

Sonderfall

Einen Sonderfall allerdings gibt es, der gegen einen Jobwechsel spricht, obwohl die o.g. Punkte nicht unbedingt zutreffen. Sollten bereits kurz nach Ihrem Start im neuen Job Gründe auftauchen, die eher für einen Wechsel sprechen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie wechseln zügig noch im Rahmen Ihrer Probezeit oder Sie führen das Arbeitsverhältnis für ca. 2 Jahre fort, um nicht den Eindruck eines „Jobhoppers“ entstehen zu lassen und machen das Beste daraus.

All diese Punkte sollten Sie gründlich für sich selbst reflektieren und mit einer vertrauenswürdigen aber möglichst objektiven Person besprechen.

Zu guter Letzt

Auf jeden Fall empfiehlt es sich, eine endgültige Entscheidung über einen möglichen Jobwechsel nur unter Abwägung von Pro und Contra zu treffen und nie aus dem Affekt heraus. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und bauen Sie keine „faulen Kompromisse“ ein. Oberstes Kriterium bei so einer wichtigen Entscheidung sollte sein, dass sie zu Ihnen und Ihrer Situation passt – egal was Andere für sich entschieden haben.

Foto: ”     ESB Professional/Shutterstock”

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Jobwechsel: Gehen Sie schon oder bleiben Sie noch?

Rund um den Jahreswechsel bzw. Jahresanfang fassen viele Menschen gute Vorsätze. Dazu kann auch der feste Plan gehören, sich 2017 mit den eigenen beruflichen Perspektiven zu beschäftigen.

Finde ich im aktuellen Job die Zufriedenheit, die ich mir wünsche? Möchte ich einen weiteren Karriereschritt machen? Oder möchte ich (wieder) endlich das tun, wo meine Stärken und Neigungen wieder mehr zum Vorschein kommen? Vielleicht will ich einfach nur kürzertreten und (wieder) mehr Zeit für Dinge außerhalb des Berufs haben? Überwiegt der Frust dauerhaft die Lust an der Arbeit?

Was der Job für uns bedeutet

Der Job ist für viele Menschen eine wichtige Konstante im Leben und trägt einen großen Teil zu unserer Identität bei. Obwohl ein Jobwechsel heute ein völlig normaler Schritt in der Biographie eines Arbeitnehmers ist, hat die Entscheidung, den Job oder auch den Arbeitgeber zu wechseln weitreichende Konsequenzen für die Karriere und will gut durchdacht sein. Ein überlegter Jobwechsel kann Chancen und Perspektiven bieten, neues Engagement und Motivation freisetzen. Er kann neue Zufriedenheit entstehen lassen, wenn er aus richtigen Gründen erfolgt und durchdacht umgesetzt wird. Wechselt man allerdings zu oft, kann es schnell passieren, dass man als „Jobhopper“ betrachtet wird, der nach kurzer Betriebszugehörigkeit bald wieder geht. Haben sie dagegen nur sehr wenige – vielleicht auch gar keine –  Jobwechsel in ihrem Lebenslauf, besteht die Gefahr, mangelnde Veränderungsbereitschaft, wenig  Anpassungsfähigkeit oder gar Inflexibilität  zugeschrieben zu bekommen. Beides ist auf Dauer nicht hilfreich.

Passt alles – oder doch nicht?

Es tauchen Fragen auf, die nach Antworten verlangen – und zwar nach individuellen Antworten. Die „Gretchenfrage“ lautet: Soll ich mich beruflich verändern oder beim aktuellen Arbeitgeber bleiben – und woran mache ich meine Antwort(en) fest? Im Kern bedeutet es eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage: Gehen oder bleiben?

In diesem Artikel geht es um mögliche Gründe, die eher für einen Jobwechsel sprechen.

Gesundheit

Wenn der Job Sie krank macht, weil die Arbeitsbelastung und damit auch der Stresspegel dauerhaft zu hoch ist, weil beispielsweise immer weniger Mitarbeiter die gleiche oder sogar noch mehr Arbeit bewältigen sollen. Ihr Chef hat hauptsächlich destruktive Kritik übrig, die  Kollegen begegnen sich untereinander häufig negativ, oder es existiert oftmals Angst.

Unterforderung in den Aufgaben

Wenn Sie über mehrere Jahre ständig die gleichen Aufgaben erledigen und viel zu selten inhaltliche Herausforderungen in Ihren Aufgaben entdecken. Ihr Job besteht im Wesentlichen aus Routine und Langeweile ohne genügend Möglichkeiten, durch neue Aufgaben dazu zu lernen. Sie beziehen aus Ihrer Arbeit kaum Freude und Zufriedenheit.

Fehlende Perspektive

Es gibt keine anderen Positionen, die Ihnen eine echte Chance zur Weiterentwicklung bieten, weder auf der fachlichen Ebene noch auf der Führungsebene. Im anderen Fall gibt es diese Positionen, doch Sie werden trotz guter bis sehr guter Leistungen bei Beförderungen übergangen.

Betriebsklima

Die Zusammenarbeit zwischen den Kollegen ist geprägt von Missgunst und Neid, oder Ihre Führungskraft arbeitet mit Druck, Angst und steigender Arbeitsverdichtung. Sie erfahren für Ihre Arbeit keine ausreichende Wertschätzung von Ihrem Chef  – oder noch schwieriger: von ständig wechselnden Chefs.

Wirtschaftliche Lage des Unternehmens

Das Unternehmen entwickelt sich nicht mit dem Markt und die betrieblichen Zahlen werden immer schlechter. Sie fürchten um die Sicherheit Ihres Arbeitsplatzes, da Sie mit Personalabbau als Reaktion auf schlechte Unternehmenszahlen rechnen. Die Führungsetagen wechseln in immer schnelleren Zyklen und mit ihnen auch die Unternehmensstrategie.

Unbefriedigende Entlohnung

Unterdurchschnittliche Bezahlung bezogen auf zuverlässige Vergleichszahlen müssen Sie bei guten Leistungen auf Dauer nicht hinnehmen. Falls es nicht gelingt, eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, ist ein Jobwechsel durchaus eine attraktive Möglichkeit.

Einiges passt nicht – und nun?

Reflektieren Sie die hier genannten Aspekte gründlich für sich, besprechen Sie sich mit einer vertrauenswürdigen  und möglichst objektiven Person. Prüfen Sie, ob und gegebenenfalls welche Ihrer individuellen Kriterien veränderbar sein könnten, oder wo Sie sich in absehbarer Zeit keine Verbesserung versprechen.

Bevor Sie eine endgültige Entscheidung treffen, gilt es nämlich auch diejenigen Aspekte zu beleuchten, die gegen einen Jobwechsel sprechen könnten. Diese Punkte möchte ich in einem kommenden Beitrag betrachten.

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Sind häufige Jobwechsel karrierefördernd?

Immer wieder werde ich von meinen Mandanten oder im Freundeskreis gefragt, ob häufige Jobwechsel gut oder schlecht sind, wenn man sich bewerben will.

Die meisten gehen davon aus, dass es besser ist, sehr lange beim selben Arbeitgeber gearbeitet zu haben. Das ist leider nicht immer richtig.

Jobhopper will keiner

Sicherlich, wenn Sie immer wieder innerhalb kurzer Zeit (z.B. im Jahresrhythmus) Ihre Jobs wechseln, werden Sie schnell zum Jobhopper abgestempelt. Arbeitgeber gehen dann davon aus, dass Sie auch beim neuen Unternehmen nur sehr kurze Zeit bleiben werden – Ihre Chancen im Bewerbungsprozess sinken rapide.

Wann ist der richtige Zeitpunkt den Job zu wechseln?

Diese Frage ist sicherlich nicht pauschal zu beantworten. Sie sollten schon grundsätzlich immer drei bis fünf Jahre in einer Position bleiben. Wichtig dabei ist aber – wenn Sie sich nicht mehr weiterentwickeln können und die Aufgabe nur noch zur Routine wird – dann ist es höchste Zeit die Aufgabe oder den Arbeitgeber zu wechseln.

Was bringen häufigere Jobwechsel?

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren auf dem Arbeitsmarkt gehören heute aktuelles Wissen und große Erfahrung. Jedes Unternehmen arbeitet anders, hat andere Abläufe und Prozesse, dies hilft Ihnen Neues zu lernen und ein „Scheuklappendenken“ zu verhindern. Außerdem steigern neue herausfordernde Aufgaben in der Regel nicht nur die Motivation, sondern auch den Spaß an der Arbeit.

Eine der schönsten „Nebenwirkungen“ der Jobwechsel ist, dass Sie ganz nebenbei auch Ihren Marktwert steigern – dies zahlt sich aus meiner Erfahrung sehr häufig auch finanziell aus, oder führt zu einem beruflichen Aufstieg.

Außerdem helfen häufigere Wechsel auch Interviewsituationen zu trainieren – man wird in der Regel dadurch selbstbewusster und kann seine eigenen Stärken besser „verkaufen“. Gerade in der heutigen Zeit ist aber auch wichtig, berufliche Netzwerke aufzubauen – auch dabei helfen die Jobwechsel.

Ihnen ist Sicherheit wichtig?

Viele Arbeitnehmer wechseln Ihren Job nicht, weil sie Angst vor Veränderung haben oder glauben, die Probezeit nicht zu bestehen.

Ich kann diese Ängste nachvollziehen.

Allerdings sollte niemand glauben, dass es heutzutage noch Karrieren gibt, bei welchen Sie nach der Ausbildung oder dem Studium in ein Unternehmen eintreten und auch dort in Rente gehen.

Auch nach einem Tarifvertrag unkündbare Mitarbeiter können in schwierigen Unternehmenssituationen gekündigt werden!!

Wichtig ist dabei aber, dass Sie die richtige Aufgabe und die richtige Firma finden, dann ist das Risiko in der Probezeit gekündigt zu werden extrem gering. Bleiben Sie also im Vorstellungsgespräch authentisch und bei der Wahrheit.

Auch Unternehmen suchen heute nach Mitarbeitern, die einige Jahre bleiben. Viele Unternehmen haben aber auch erkannt, dass eine gewisse Fluktuation ihnen hilft gut qualifizierte, neue Mitarbeiter an Bord zu nehmen. Langjährige Karrieren auf derselben Position werden daher auch in vielen Unternehmen immer kritischer gesehen.

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Berufliche Neuorientierung mit über 50 – unmöglich??

Immer wieder werde ich gefragt, ob es denn nicht unmöglich ist, sich mit einem Lebensalter von über 50 Jahren noch erfolgreich für einen anderen Job zu bewerben.

Sicherlich ist diese Frage auch berechtigt, denn über viele Jahrzehnte war oftmals das Höchstalter bei einer Einstellung rund 40 Jahre. Zum Glück hat sich das seit vielen Jahren geändert.

Demografischer Wandel

Nicht nur der demografische Wandel hat dieses Umdenken in den Personalbereichen der Unternehmen bewirkt, sondern auch die Tatsache, dass heute 50-jährige gesünder und fitter sind als gleichaltrige Menschen vor einigen Jahrzehnten.

Forscher haben herausgefunden, dass die Hirnleistung eines heute 70-jährigen dem eines 50-jährigen in den 1960er Jahren entspricht. Wir Menschen bleiben also nicht nur körperlich sondern auch geistig fitter und beweglicher als das noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war.

Die “magische Altersgrenze”

Von daher haben auch die meisten Unternehmen keine Probleme damit Mitarbeiter über 50 Lebensjahren einzustellen. Die „magische Grenze“ hat sich meiner Erfahrung nach auf das 60. Lebensjahr verschoben. Über 60-jährige haben es tatsächlich auch heute noch schwer eine neue Festanstellung zu finden. Hier können unter Umständen alternative Arbeitsmodelle (freie Beratertätigkeit, befristete Arbeitsverhältnisse oder Zeitarbeit) helfen wieder eine Beschäftigung zu finden.

Karrieresprung

Meine Mandanten in der Karriere- und Outplacementberatung sind zumeist zwischen Ende 40 und Anfang bis Mitte 50. In der Regel finden auch alle neue, berufliche Herausforderungen. Oftmals geht diese berufliche Veränderung auch noch mit einem Karrieresprung einher.

Man erkennt sehr deutlich, dass Unternehmen die Lebens- und Berufserfahrungen dieser Altersgruppe schätzen.

Besonders wichtig ist aber – und das gilt für alle Berufs- und Altersgruppen – dass Sie über aktuelles berufsbezogenes Wissen verfügen. Bilden Sie sich daher regelmäßig weiter und nutzen Sie gegebenenfalls die Angebote Ihres Arbeitgebers.

Foto: “Minerva Studio/Shutterstock”