Kill Your Darlings

Radikales Loslassen, damit Neues entsteht
  • Wenn liebgewordene Ideen sterben dürfen, entsteht Innovation

    Bei "Kill your Darlings" handelt es sich um eine Methode, bei der es darum geht, die eigenen Ideen zu begraben und daraufhin neue Ideen zu generieren. Sie hilft, Schwachstellen in Ideen oder Lösungen gnadenlos auszumerzen. Einige Startups im Silicon Valley nutzten diese Methode noch rigoroser unter dem Namen „Kill your Company“, um Schwachstellen und damit Angriffspunkte an bestehenden Unternehmen oder Geschäftsmodellen zu identifizieren.


    Genau für diese Angriffspunkte werden dann neue und bessere Lösungen ersonnen. Diese Lösungen können etablierte Unternehmen vom Markt verdrängen. Sie werden bildlich gesprochen getötet. Als vereinfachtes Beispiel dafür, ziehen wir Amazon heran. Reduzieren wir Amazon auf den Bereich online Buchhandel, macht dieser dem stationären Buchhandel den Garaus. Das ist genau das, was man Jeff Bezon und damit Amazon zu Beginn – und vielleicht noch heute – vorwirft.


    Basierend auf der Methode „Kill your Darlings“ bedeutet dies nichts weiter als die konsequente Umsetzung einer Lösung für die identifizierte Schwachstelle im bestehenden Geschäftsmodell. Die meisten Menschen benötigen keine persönliche Beratung beim Kauf von Büchern. Also gibt es nur eine geringe Daseinsberechtigung für den stationären Buchhandel. Logische Konsequenz daraus: Bücher lassen sich viel effizienter online vertreiben. Obendrein wird die Marge des Einzelhandels zwischen Verlagen und online (Großhandel) aufgeteilt.

  • Bei der Methode "Kill your Darlings" gehen wir in 3 Schritten vor:

    Schritt 1:

    Ideen per Brainstorming, Brainwriting etc. generieren – viele und wilde Ideen. Die Ideen werden z.B. auf blaue Post-it geschrieben und aufgeklebt.

    Schritt 2:

    Diese Ideen zerstören, indem konsequent Gegenargumente gesucht werden. Hier kann es hilfreich sein, sich Kollegen dazu zu holen, die bisher nicht in diesem Projekt dabei waren oder Skeptiker sind. An dieser Stelle gibt es Parallelen zur Rolle des Kritikers in der Walt-Disney-Strategie. Die Killerargumente werde z.B. auf rote Post-it geschrieben und aufgeklebt.

    Schritt 3:

    Basierend auf den Totschlagargumenten werden per Brainstorming noch einmal neue Ideen und Lösungsansätze generiert. Die neuen Ideen werden z.B. auf gelbe Post-it geschrieben und aufgeklebt.

    Im weiteren Verlauf (z.B. im Design-Thinking-Prozess) werden jetzt die vielversprechendsten Ideen ausgewählt und weiterverfolgt indem erste Prototypen gebaut werden. Vielversprechend kann gleichgesetzt werden mit radikal, sinnstiftend, … .

Wie "Kill your Darlings" visualisiert werden kann und welche Fragen in den 3 Schritten wichtig sind, haben wir für Sie kompakt zusammen gestellt. Zum Download einfach das Formular ausfüllen.

  • Tomas Schiffbauer

    Dipl.-Wirtsch.-Informatiker, Dipl. Coach, Partner

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