Simpel aber effektiv: Der paarweise Vergleich

Alles in Allem kein Hexenwerk – was in der Praxis hilft ist eine gute Excel-Vorlage, damit Sie sich schnell um den Inhalt kümmern können. Im Download finden Sie eine solche Vorlage. Viel Erfolg damit.
  • Sicherlich ein Klassiker – dennoch ein hilfreiches Tool

    Stehen bei einer Entscheidung mehrere Alternativen zur Auswahl, so können diese durch paarweise Vergleiche systematisch gegenübergestellt werden. Zur Entscheidung werden dabei die Ausprägungen diverser Kriterien der Alternativen verglichen. Dabei wird eine komplexe Entscheidung mit all ihren unüberschaubaren Abhängigkeiten und Widersprüchen in eine Reihe leicht durchzuführender, paarweiser Vergleiche zerlegt.

    Die Alternativen können damit in einer Rangliste dargestellt werden. Sicherlich ist damit nicht alles objektiv und genau richtig bewertet, aber es hilft. Das Ergebnis fördert den Konsens in einem Team, dessen Aufgabe es ist, aus einem Pool von Möglichkeiten die wichtigsten herauszufiltern.

  • Wie gehe ich bei der Durchführung vor?

    Bevor man Alternativen miteinander vergleichen kann, müssen als erstes geeignete Kriterien definiert werden. Hat man einige Kriterien gefunden, so wird man schnell feststellen, dass sich diese bezüglich ihrer Wichtigkeit oft deutlich unterscheiden. In einem ersten Schritt wird deshalb ein Ranking der Kriterien erstellt:



    1. Symmetrische Tabelle der Kriterien, mit denen die Alternativen bewertet werden sollen aufstellen.
    2. Beurteilung der jeweiligen Kriterien-Paare bezüglich einer konkreten Fragestellung (z.B. Welches Kriterium ist wichtiger?). Es bietet sich an, die Gewichtung auf einer Skala von +9 (wesentlich wichtiger) über 0 (gleich), bis –9 (deutlich unbedeutender) durchzuführen.
    3. Zeilensumme als Relevanzziffer für die relative Bedeutung eines Kriteriums bilden. Die Zeilen werden normiert und die Summe der normierten Spalte berechnet. Diese Normierung wird durchgeführt, um zu gewährleisten, dass im weiteren Verlauf mit positiven Zahlen gearbeitet werden kann. Hierbei wird jedem Wert der größtmögliche negative Wert hinzuaddiert (Bei einer maximalen negativen Bewertung von –9 und vier Kriterien entspräche dieser Wert 3*9=27). 

      Über diese normierten Zeilensummen wird die Spaltensumme gebildet. Die relative Bedeutung eines Kriteriums ergibt sich aus dem Verhältnis der jeweiligen Zeilensumme zur Spaltensumme. Ergebnis ist nun ein Ranking der Kriterien entsprechend ihrer relativen Bedeutung. Nachdem die Kriterien nun klar priorisiert sind, kann jetzt der eigentliche Vergleich der Alternativen stattfinden:
    4. Die einzelnen Alternativen werden paarweise bezüglich jeweils eines Kriteriums verglichen. Dabei ist es wiederum zweckmäßig, anhand einer Skala von –9 bis +9 vorzugehen. Anschließend werden die Zeilensummen ermittelt und wie vorher wieder normiert.
    5. Für jedes Kriterium muss also eine Tabelle gebildet und Schritt 4 jeweils durchgeführt werden. Über die Tabellen hinweg wird für jede Alternative die Summe über die jeweiligen normierten Zeilensummen, multipliziert mit der relativen Bedeutung des entsprechenden Kriteriums, gebildet. Die Alternative mit der höchsten Punktzahl ist dann nach dieser Methode die Beste.
  • Die Vorgehensweise lässt sich vereinfacht folgendermaßen darstellen:

    Paarweiser-Vergleich-1

  • Vorteile

    • bei nicht zerlegbaren Einheiten anwendbar
    • geringer Aufwand
    • Die hohe Anzahl von Einzelurteilen führt durch das systematische Vorgehen zu einer hohen Aussagekraft
  • Wo muss ich aufpassen?

    • nur anwendbar, wenn mindestens je 5-6 gute und schlechte Teile vorhanden sind (nicht für Einzelstücke)
    • Die Differenzierungsmöglichkeiten sind begrenzt. Beim Vergleich „von Äpfel mit Birnen“ muss das Ergebnis nicht sinnvoll sein.

Die Excel-Vorlage für den Paarweisen Vergleich erhalten Sie hier.