Sinnvoll Arbeiten mit der Wertanalye

Wir haben für Sie auf 9 Seiten das Vorgehen bei der Wertanalyse zusammengefasst. Dabei haben wir uns an die Vorgaben aus dem Wertanalyse-Arbeitsplan nach DIN 69910 gehalten und diese mit konkreten Handlungsempfehlungen ergänzt und für Sie zum Download bereitgestellt.
  • Die Erfindung der Wertanalyse (WA, engl.: Value Analysis bzw. Value Engineering) geht auf L. D. Miles, Chefeinkäufer von General Electric, im Jahre 1947 zurück. Sie wird im europäischen Raum und insbesondere in Deutschland seit Anfang der 60er Jahre angewandt. Die VDI-Richtlinie 2800 definiert die Wertanalyse als „ein Wirksystem zum Lösen komplexer Probleme in Systemen, die nicht oder nicht vollständig algorithmierbar sind. Sie beinhaltet das Zusammenwirken ihrer Systemelemente: Methodik, Verhaltensweisen und Management unter Einbeziehen des Umfelds als Beitrag zu ganzheitlicher Betrachtungsweise des Wertanalyse-Objekts“ (/VDI-97/, S. 3). Diese Sichtweise wird am Beispiel des sogenannten Wertanalyse-Tisches verdeutlicht (vgl. Formulare: Wertanalyse-Tisch sowie /VDI-97/, S. 5).

  • Was sind die charaktieristischen Merkmale der Wertanalyse?

    Für die Anwendung der Wertanalyse haben sich im Laufe der Zeit einige charakteristische Kennzeichen herausgebildet. Diese Kennzeichen kann man auch als die „Grundsätze erfolgreicher Wertanalyse“ bezeichnen: (nach Dr. Walter J. Schwarz)



    1. Ganzheitliche Betrachtungsweise

    Lösungen für Probleme/ Aufgaben sind für ein Unternehmen meist nur dann sinnvoll, wenn alle bedeutsamen Einflüsse aus dem Unternehmen selbst und aus seiner Umwelt berücksichtigt worden sind. Bewusste Überlegungen, ob und wie sehr einzelne Einflüsse im jeweiligen Projekt berücksichtigt werden müssen, reduzieren das Risiko einseitiger Betrachtungen und das Ziehen ungerechtfertigter Schlüsse aufgrund mangelhafter Informationsgrundlagen.



    2. Interdisziplinäre Teams

    Um eine einseitige Betrachtung der Probleme auszuschließen, ist die interdiziplinäre Zusammensetzung der Gruppe eine notwendige Voraussetzung. Eine fach- und bereichsübergreifend zusammengesetzte Gruppe sichert die erforderliche Wissenstiefe und -breite und fördert gegenseitige Anregung.



    3. Hauptschwerpunkt auf Funktionen und Kosten

    Die Wertanalyse ist nicht auf technologische Gegebenheiten ausgerichtet, sondern auf die Funktionen, die von dem Produkt gefordert werden. Dies ermöglicht das Erkennen von Detailproblemen und von Ansätzen für oftmals neuartige/ innovative Lösungen. Die konsequente Beschäftigung mit den Funktionen des Wertanalyse-Objektes zwingt zur Beantwortung vielfältiger Fragen und führt zu einem tiefen Verständnis der Ausgangssituation und zukünftiger Zustände.



    4. Struktur durch Arbeitsplan

    Der Erfolg einer Wertanalyse ist ebenfalls in hohem Maße von der Einhaltung eines fest vorgegebenen Arbeitsplanes abhängig. Ein in Grund- und Teilschritte gegliedertes Vorgehen erleichtert systematisches Arbeiten und erhöht die Wahrscheinlichkeit, ausgezeichnete Ergebnisse bei zugleich wirtschaftlichem Aufwand zu erreichen.



    5. Eigenständige Projektarbeit

    Die Grundsätze des Projektmanagement sollten im Rahmen einer Wertanalyse-Aufgabe ebenfalls berücksichtigt werden. Eine auf das "Tagesgeschäft" der Teammitglieder abgestimmte Projektarbeit sichert die erforderliche Flexibilität und Qualität im Ablauf. Vorausschauende Integration und Planung der Ressourcen unterstützen die Wertanalyse-Bemühungen im Rahmen des Projektmanagements.



    6. Anwendungsneutraler Einsatz

    Eine der großen Vorteile der Wertanalyse ist die anwendungsneutrale Einsatzmöglichkeit dieser Methode. Die Wertanalyse kann ohne Änderung ihrer Grundsätze auf Probleme und Aufgaben unterschiedlicher Art wie Produktverbesserung, Konzeptentwicklung und Ablaufoptimierung angewendet werden.



    7. Klare, möglichst quantifizierbare Zielvorgaben

    Die klare Vorgabe von Wertzielen fördert die Konzentration der Wertanalyse-Arbeiten auf das Wesentliche und steigert dadurch die Effizienz des gesamten Wertanalyse-Projektes. Die Überprüfung der Zielerreichung und somit der Nachweis des Projekterfolges wird durch messbare Kenngrößen wesentlich erleichtert.



    8. Problem- und prozessorientierte Informationsverarbeitung

    Zur Verfügung stehende Informationen bilden ein Kernstück der Wertanalyse. Es ist eine der Hauptaufgaben der Verantwortlichen, diese Informationen aufgaben- und gruppengerecht zur Verfügung zu stellen. Diese Informationsgrundlage wird den Erfolg eines solchen Projektes entscheidend mitbestimmen und liefert damit das Fleisch an den Knochen der Wertanalyse.



    9. Wertschätzung des Einzelnen und Eingehen auf seine Individualität

    Menschliche Eigenheiten und Eigenschaften wie Engagement, Kommunikationsvermögen und Veränderungsbereitschaft prägen zwangsweise die Qualität der Wertanalyse-Arbeit als Ergebnis menschlicher Anstrengungen und sind somit stets bewusst zu berücksichtigen. Nur dann wird auch das Umsetzen von Lösungen erfolgreich sein. Wertschätzung und Toleranz sind die Schlüssel für erfolgreiche Gruppenarbeit.



    10. Anwendung von Regeln für schöpferisches Arbeiten

    Die Berücksichtigung von aus Wissenschaft und Praxis gewonnenen Empfehlungen zur Förderung kreativer und innovativer Prozesse im Einzelnen und in der Gruppe erhöht die Wahrscheinlichkeit, neuartige und originelle, zugleich aber auch aktuelle und brauchbare Lösungsansätze zur Zielerreichung zu entwickeln. Offenheit und ein angenehmes Arbeitsumfeld fördern Kreativität und Spontaneität.

Kommentierte Handlungsempfehlungen aus dem Wertanalyse-Arbeitsplan erhalten Sie hier zum Download:

  • Jan Burghardt

    Dr.-Ing., Partner

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  • Christoph Dill

    Dr.-Ing., Dipl. Coach, Vorstand, Partner

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