Retrospektive – Oder wie man durch Erfahrungen klüger wird

Jeder kennt das: Langwierige Feedbackrunden, bei denen am Ende nichts Sinnvolles heraus kommt. Dadurch kommt es auch sicherlich zu Bequemlichkeit und das gewohnte Elend fühlt sich vertraut an. Lesen Sie hier nach, wie Sie mit drei einfachen Fragen in eine systematische Lernschleife kommen.
  • Drei einfache Fragen

    Nachher ist man immer schlauer. Nicht von ungefähr kommt dieses Sprichwort – aber wie vermeiden wir, dass wir erst nachher schlauer sind? Wie gehen wir mit den skeptischen Einwänden um, dass ...
     
    … wir schon zu lange zugesehen haben und es jetzt zu spät ist.
    … wir lernen, aber keine Fehler machen wollen.
    … wir schon so viele schlechte Feedbackrunden und Retrospektiven erlebt haben.
    … .
     

    An jeder Aussage ist sicher immer etwas wahres dran. Meistens sind aber auch viel Bequemlichkeit und Vertrautheit mit dem gewohnten Elend im Spiel: Kurz „Besser nichts ändern“. Wir wollen hier eine ganz einfache Methode zeigen, die helfen kann. Drei Fragen reichen: 

    1. Womit fangen wir jetzt an?
    2. Wo machen wir so weiter?
    3. Womit hören wir auf?
    Klingt einfach. Doch wie stellt man diese Fragen?

Vier Methoden zu Kommunikationsgestaltung

  • Variante 1: Offene Frage

    Manchmal reicht es, genau diese drei Fragen als direkte Fragen zu stellen. Je nach Kommunikations- und Diskussionskultur ist das die unverkrampfteste und normalste Variante. 
    Wichtig dabei: 
    • Grundregeln der Kommunikation beachten: Keine Vorwürfe, sondern Ich-Botschaften senden, zuhören, ausreden lassen und nachfragen, wenn man etwas nicht versteht.
    • Jemand muss auf das Resümee achten. Je mehr das Ganze in ein fließendes Gespräch übergeht, desto wichtiger ist es, dass jemand die Aufgabe übernimmt, das Ergebnis zu visualisieren und zu dokumentieren. Es geht ja um Veränderung beim nächsten Mal. Das muss auf den Punkt gebracht werden.
  • Variante 2: Als Frage auf der Pinnwand

    Vorteil der Pinnwand (einer sogenannten Kartenabfrage) ist, dass alle gleichzeitig denken können und jeder seine Gedanken auf den Punkt bringt. So wird weniger vergessen. Wirkt aber auch mechanischer, vor allem in kleinen Gruppen manchmal „künstlich“.
    Wichtig dabei:
    • Jeder bekommt die Gelegenheit seine Gedanken den Kollegen auch mitzuteilen, also: aufschreiben, präsentieren und dann an die Pinnwand heften.
    • Ebenfalls die Grundregeln der Kommunikation im Auge behalten.
    • Zusammenfassen und priorisieren: Hier kommt oft viel zusammen, Gewichtung und Bildung von Schwerpunkten sind wichtig.
  • Variante 3: Abstimmen mit Punkten

    Wenn die Gruppen sehr groß oder die Themen sehr heiß sind, hilft das Arbeiten mit Klebepunkten. Sie sind ein bewährtes Mittel um besonders wichtige oder besonders kritische Punkte hervorzuheben … ganz nach Bedarf der Gruppe.
  • Variante 4: Pokern

    Schauen Sie sich hierzu den Beitrag zur Methode „SCRUM- Poker“ an. Auch damit kann man über die Wichtigkeit von Anforderungen abstimmen – spielerisch und schnell.

Sie wollen diese Methode gleich ausprobieren? In unserem Download finden Sie eine Anleitung hierfür:

Ihre Ansprechpartner zu Methoden der Kommunikationsgestaltung

  • Tomas Schiffbauer

    Tomas Schiffbauer

    Dipl.-Wirtsch.-Informatiker, Dipl. Coach, Partner

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  • Christoph Dill

    Christoph Dill

    Dr.-Ing., Dipl. Coach, Partner

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  • Felix Pliester

    Felix Pliester

    M.A. Transformation Design

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  • Jan Burghardt

    Jan Burghardt

    Dr.-Ing., Partner

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