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Executive Search in Coronazeiten

Die Coronapandemie und die damit verbundenen Beschränkungen haben Auswirkungen auf nationale Personalmärkte und internationales Headhunting. Dr. Matthias Rode von Liebich & Partner spricht mit Netzwerkpartnern der Agilium Worldwide Executive Search Group über Situation, Probleme und Lösungsansätze.

(Vorübergehend) neue Wege suchen

Dr. Matthias Rode: Wie sieht nach bald zwei Jahren Pandemie die Situation in Indien, den USA oder Spanien aus?

Biphashit Bose: Der Lockdown zu Pandemiebeginn hat in Indien die Wirtschaft und den Personalmarkt völlig zum Erliegen gebracht. In der zweiten Jahreshälfte 2020 haben große Unternehmen wieder vorsichtig mit Neueinstellungen begonnen, andere haben die Pandemie genutzt, um Non Performer zu entlassen. Da auch die Schulen geschlossen wurden, Kindererziehung im patriarchalisch geprägten Indien aber Frauensache ist, waren viele Frauen gezwungen, zu kündigen. Entsprechend viele suchen nun Arbeit. Seit das Geschäft 2021 wieder anzieht, werden diese oftmals sehr gut ausgebildeten Frauen verstärkt von wachsenden IT- und Technologieunternehmen eingestellt, die vor Corona unter Fachkräftemangel gelitten haben. Zudem soll ein staatliches Infrastrukturprogramm Stellen schaffen.

Bernard van der Lande: In den USA haben im ersten Halbjahr 2020 alle abgewartet. Wir hatten 40 Prozent weniger Stellenbesetzungen. Mit der Aussicht auf die ersten Impfstoffe im Herbst 2020 hat sich das geändert. Mittlerweile haben wir viel zu tun und es gibt reichlich offene Stellen. Das Problem heute ist: Mögliche Kandidaten wollen in der aktuellen Phase nur ungern wechseln.

Monika Borgers: Das ist in Spanien genau umgekehrt. Es gibt viele Kandidaten, die sich während der Lockdowns über Online-Seminare weiterentwickelt haben und jetzt wechseln wollen. Doch die Unternehmen halten sich zurück, zögern mit Einstellungen und agieren sehr sicherheitsbetont. Sie legen hohen Wert auf lineare Lebensläufe und lange Beschäftigungszeiten. Diese Eigenart spanischer Unternehmen hat sich durch die Pandemie noch verstärkt. Überraschenderweise. Denn der erste Lockdown 2020 führte zu einem Schock. Spanien dachte, was wird aus uns, alles muss sich ändern, zumal unsere Wirtschaft stark vom internationalen Tourismus abhängt. Seit die Wirtschaft wieder anläuft, registrieren wir eher ein „Weiter so“. Die Unternehmen denken traditionsverhaftet und nicht vorwärtsgewandt in Richtung Innovation oder Transformation.

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