Strategie-Talk: Das richtige tun, wenn’s drauf ankommt!
Das richtige zu tun, wenn es darauf ankommt ist das Management- und Führungsprinzip der Stunde: Die 4-Wochen-Strategie
Ulrike Meyer ist den Weg von der IT-Leitung in die Geschäftsführung gegangen. Im Interview spricht die CEO der Willenbrock Fördertechnik darüber, wie technologische Erfahrung, Führungskultur und unternehmerische Verantwortung im digitalen Wandel zusammenwirken.
Der Wechsel von der IT-Leitung an die Unternehmensspitze ist noch immer selten. Ulrike Meyer, CEO der Willenbrock Fördertechnik GmbH, hat diesen Schritt vollzogen. Im Gespräch mit der Personalberaterin Ines Habitzreuther erläutert sie ihren beruflichen Weg und beschreibt, welche Kompetenzen im digitalen Wandel entscheidend sind.
Meyer begann ihre Laufbahn 2012 im operativen Geschäft des Intralogistikunternehmens Willenbrock, das seit über 50 Jahren am Markt ist und rund 600 Mitarbeitende an mehreren Standorten in Norddeutschland beschäftigt. Über Stationen im Vertrieb sowie in der Verantwortung für IT und Digitalisierung entwickelte sich der Wunsch, das Unternehmen nicht nur technologisch zu begleiten, sondern strategisch weiterzuentwickeln.
Der Rollenwechsel vom CIO zur CEO sei weniger überraschend gewesen, als häufig angenommen werde. Wer ein Unternehmen über Jahre hinweg kenne, bringe ein tiefes Verständnis für Strukturen und Abläufe mit. Zugleich habe sich der Verantwortungsrahmen deutlich erweitert: Während die IT-Leitung Systeme, Prozesse und Budgets steuere, trage die Geschäftsführung die Gesamtverantwortung für Strategie, Organisation und wirtschaftliche Entwicklung.
Ulrike Meyer, CEO der Willenbrock Fördertechnik GmbH über Führung, Verantwortung und digitale Transformation
LesenEin zentrales Lernfeld war für Meyer das Thema Corporate Finance. Bilanzierung und finanzielle Steuerung hätten in ihrer früheren Rolle kaum eine Rolle gespielt. Diese Wissenslücke habe sie gezielt geschlossen – durch Weiterbildung und durch enge Zusammenarbeit mit dem kaufmännischen Management. Technologische Kompetenz allein reiche für die Unternehmensführung nicht aus, lasse sich jedoch sinnvoll mit betriebswirtschaftlichem Know-how verbinden.
Mit der Gesamtverantwortung habe sich auch ihr Blick auf Technologie verändert. Digitalisierung entfalte ihren Nutzen nur dann, wenn Prozesse, Systeme und Menschen konsequent zusammengedacht und in die Wertschöpfung integriert würden. Entscheidend sei weniger die Technologie selbst als ihre Wirkung auf Organisation, Mitarbeitende und Kundennutzen.
Die größten Herausforderungen des digitalen Wandels verortet Meyer in Führung und Unternehmenskultur. Lernbereitschaft, Offenheit für Veränderungen und psychologische Sicherheit seien zentrale Voraussetzungen. Mitarbeitende müssten verstehen, welche Auswirkungen technologische Entwicklungen haben, und aktiv in Veränderungsprozesse eingebunden werden.
Technologische Affinität sei für angehende CEOs hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Wichtiger seien Empathie, Interesse an Menschen und die Bereitschaft, sich mit unbequemen Fragen auseinanderzusetzen. Wirksame Führung bedeute vor allem, Orientierung zu geben, Prioritäten zu setzen und Komplexität handhabbar zu machen. Nicht jede Entscheidung müsse unter maximalem Zeitdruck getroffen werden – häufig sei eine reflektierte Entscheidung die nachhaltigere.
Ines Habitzreuther
Partnerin, Personalberaterin, Expertin für Führungskräfte im digitalen Wandel
Liebich & Partner
Seit 2024 verstärkt Ines Habitzreuther das Team von Liebich & Partner und bringt über 20 Jahre Erfahrung in Management- und Personalberatung sowie Executive Search mit. …
ProfilDas richtige zu tun, wenn es darauf ankommt ist das Management- und Führungsprinzip der Stunde: Die 4-Wochen-Strategie
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