Experten Interview · 6. Oktober 2022

Martin Schwarz, Vorstand Produktion und Materialwirtschaft der Stihl AG & Co. KG im Interview

Stihl Martin Schwarz LuPe 33 Foto: Stihl AG & Co. KG
Martin Schwarz ist für viele Fertigungsstandorte der Stihl AG & Co. KG weltweit verantwortlich.

Das Familienunternehmen Stihl mit Stammsitz in Waiblingen ist ein Global Player, der motorbetriebene Geräte für Forst-, Landwirtschaft, Garten- und Landschaftspflege entwickelt, fertigt und vertreibt. Ein Gespräch mit Martin Schwarz, seit Januar 2020 Vorstand Produktion und Materialwirtschaft, über Risikominimierung in schwierigen Zeiten.

LuPe: Herr Schwarz, viele Komponenten in Stihl-Produkten werden eigengefertigt. Warum?

Martin Schwarz: Das gründet in den Urfesten des Unternehmens: Wir entwickeln Spitzentechnologie. Durch die Eigenfertigung können wir Kernkomponenten ohne Kompromisse auf unsere Anforderungen abstimmen. Das machen wir schon lange so. Unser Unternehmensverbund wächst seit über 50 Jahren, beginnend mit der Gründung eines Magnesium- Druckgusswerkes in der Eifel 1971. Mittlerweile fertigen wir unsere Komponenten in weltweit sieben Ländern. Doch auch bei einer Fertigungstiefe von über 50 Prozent kaufen wir natürlich Teile zu und pflegen dabei ausgeprägt langjährige, partnerschaftliche Lieferantenbeziehungen.

LuPe: Waren oder sind Ihre globalen Lieferketten von pandemie- oder kriegsbedingten Problemen betroffen?

Martin Schwarz: Es gab erhebliche Probleme beim internationalen Transport und die Effekte dauern an. Wir investieren daher sowohl in unseren Fertigungsverbund als auch bei Lieferanten, um die internen und externen Lieferketten zu verkürzen. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, den wir auf das Schärfste verurteilen, trifft uns doppelt: Wir mussten die Belegschaft unserer Vertriebsgesellschaft in Kiew samt Familien in Sicherheit bringen. Außerdem haben wir mit unseren ukrainischen Lieferanten für Kabelbäume und Gummiteile versucht, das Risiko für Menschen und vor Lieferausfällen zu reduzieren, zum Beispiel durch die Reaktivierung von Schutzräumen. Ein Teil der Produktion wurde in andere Länder verlagert oder in unsere Eigenfertigung aufgenommen.

Andreas Stihl AG & Co. KG
Kunden

„Wir sind beim Absatz, aber auch bei der Beschaffung auf eine globalisierte Wirtschaft angewiesen.“

Martin Schwarz, Vorstand Produktion und Materialwirtschaft im Gespräch über Risikominimierung in schwierigen Zeiten.

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Martin Schwarz ist nach Stationen in der Automobilzulieferbranche seit 2012 bei der Stihl AG. Seit 1. Januar 2020 ist er als Vorstand Produktion und Materialwirtschaft unter anderem für die Fertigungsstandorte in Deutschland, Österreich, Schweiz, in den USA, in Brasilien, China und auf den Philippinen verantwortlich. Stihl wurde 1926 gegründet und verkauft seine Produkte heute in über 160 Ländern der Welt. Liebich & Partner unterstützt das Unternehmen in Veränderungsprojekten und bei der individuellen Begleitung von Führungskräften.

Verfasst von: Norbert Albert

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